Mittwoch, 23. Juni 2021
Mittwoch, 26. Mai 2021

"Das Schreiben gibt meinem Herzen und meiner Fantasie eine Stimme"

Stolz präsentiert Stefanie Karau das Cover ihres ersten Buches auf einer Postkarte. Das gedruckte Buch erhält sie erst in ein paar Tagen. Foto: Nadine Huber

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Buchautorin Stefanie Karau veröffentlicht am 4. Juni ihren ersten High-Fantasy-Roman und möchte nun auch in ihrer Geburtsstadt Torgau als Buchautorin durchstarten.

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Bücher regen zum Träumen an, stimmen uns nachdenklich, lassen uns (wohlig) erschaudern und erschrecken, bringen uns zum Lachen oder auch zum Weinen. Vor allem aber tun sie in den meisten Fällen eines: uns in fremde Welten entführen. Welches Genre wäre dafür besser geeignet als das der Fantasy? Ob „Herr der Ringe“ oder die „Harry Potter“-Reihe – Fantasy-Romane begeistern weltweit Groß und Klein. Auch Stefanie Karau hat sich für dieses Genre entschieden, um die Leser mit ihren Geschichten in den Bann zu ziehen. 

Geboren in Torgau und aufgewachsen in Süptitz, kam die junge Autorin (31 Jahre), die nun mit ihrem Mann und zwei Katzen in Leipzig lebt, schon als Kind mit ihrer Leidenschaft für das Schreiben in Berührung. So habe sie bereits zu Schulzeiten am Johann-Walter-Gymnasium erste Lesungen abgehalten. Nun veröffentlicht sie am 4. Juni ihren ersten eigenen Roman, „Die Allianz der Sonne“, Band 1. Warum sie sich für das Fantasy-Genre entschieden hat, wer Ihre Vorbilder sind und wieso sie keine Angst vor Schreibblockaden hat, erklärt sie im Gespräch mit der TZ. 

Worum geht es in Ihrem ersten Roman „Die Allianz der Sonne“?

Der Faustkämpfer Lichtfels kehrt von einer geheimen Mission zurück, um sein Heimatland aus den Händen eines Tyrannen zu befreien. Dafür braucht er die Unterstützung seiner Verbündeten und zusammen müssen sie sich auf einem magischen Abenteuer beweisen.

Wieso ist Ihre Wahl auf das Fantasy-Genre gefallen?

Ich tauche unglaublich gerne in fantasievolle, fremde Welten ein, denn dort ist es erlaubt, physikalische Grenzen zu brechen, eigene Orte zu kreieren oder magische Völker zu entwickeln. Jeder lebt in seinem Alltagstrott und fantastische Literatur schafft es bei mir am besten, dass ich mich entspannen und abschalten kann. Das ist ein bisschen wie Urlaub.

Wie sind Sie zu Ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, gekommen? 

Als Kind habe ich Tagebuch geschrieben und eines Tages entdeckte ich Kurzgeschichten für mich. Zu Schulzeiten hat es angefangen, das ist ungefähr 17 Jahre her. Irgendwann habe ich mich an längere Texte gewagt, bei denen ich mich kreativ ausleben konnte. Da ist meine Leidenschaft so richtig erwacht, die mich seitdem nicht mehr loslässt. 

Was begeistert Sie daran? 

Mir macht es unglaublich viel Spaß, mir Geschichten auszudenken und dabei kreativ zu werden. Im Alltag gehen viele Gedanken und Gefühle verloren, die ich in meinen Büchern festhalten möchte. Wir benutzen jeden Tag Worte, über die wir oft gar nicht mehr nachdenken, dabei können wir damit Menschen zum Nachdenken oder zum Träumen anregen. Das Schreiben gibt meinem Herzen und meiner Fantasie eine Stimme, die etwas erzählen möchte, und das liebe ich.

Haben Sie Vorbilder? 

Viele sogar. J. R. R. Tolkien mit seiner „Herr der Ringe“-Reihe und C. S. Lewis mit „Die Chroniken von Narnia“ haben mich lange Zeit geprägt. Claire Legrand mit ihrer „Empirium-Trilogie“, Leigh Bardugo mit „Legenden der Grisha“ und Sarah J. Maas mit ihren Buchreihen „Das Reich der sieben Höfe“ und „Throne of Glass“ sind aktuell meine Vorbilder. Sie alle haben fantastische Welten erschaffen, die ich nicht mehr vergessen kann. Genau das ist auch mein Ziel

Nach ihrer Hochzeit haben Sie nun einen anderen Nachnamen. Gibt es einen Grund dafür, warum Sie ihr Buch unter ihrem früheren Namen veröffentlichen?

Karau ist mein Mädchenname. Mit dem Namen bin ich groß geworden und mit ihm habe ich das Schreiben für mich entdeckt. Ich bin so in die Bücherwelt eingestiegen und habe mit ihm auch an Lesungen teilgenommen, ja, ich verbinde einfach meine buchige Seite damit. Außerdem wollte ich ein Stück weit mein Autorendasein vom privaten Leben trennen und das geht am einfachsten mit einem Autorenpseudonym.

Welche besonders positiven Erlebnisse verbinden Sie mit dem Schreiben Ihres Buches? Sind Sie auch auf irgendwelche Schwierigkeiten gestoßen?

Das sind auf der einen Seite die Reaktionen nach Lesungen, denn es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn Menschen mir lauschen und danach sagen, dass sie sich alles vorstellen konnten und mitgefiebert haben. Auf der anderen Seite fühle ich mich wahnsinnig gut, wenn ich ein Kapitel beendet habe. Ich habe etwas geschafft, aus meinen Bildern im Kopf ist ein Text geworden, und das ist immer ein schöner Moment.

Schreiben beginnt bei vielen als ein Hobby. Der Schritt, einen Text zu veröffentlichen, ist nicht einfach und kostet Überwindung. Irgendwann kam bei mir die Frage auf, welchen Weg ich gehen möchte. Schreibe ich nur für mich? Möchte ich veröffentlichen? In einem Verlag? Im Self-Publishing? Ich habe eine Weile hin und her überlegt, bis ich mich entschieden habe, den Verlagsweg einzuschlagen. Bei mir hat es beim ersten Anlauf geklappt und ich habe einen Platz in meinem Lieblingsverlag ergattert. Bei anderen dauert es oftmals Jahre, bis ein Manuskript genommen wird. Einen Verlag zu finden, ist schwierig und immer auch ein bisschen mit Glück verbunden.

Wie erklären Sie sich Ihren schnellen Erfolg bei der Verlagssuche?

Ich denke, da spielten viele Faktoren eine Rolle. Meine Idee war besonders und über die ganzen Jahre habe ich an meinem Stil gefeilt. Die Geschichte passte zum Verlag und ich habe jährlich nachgefragt, wann wieder Manuskripte aufgenommen werden. Das Buch beim Sternensand Verlag zu veröffentlichen, war eine Herzensangelegenheit und ich glaube, das spürt man.

Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen?

Mich inspiriert irgendwie immer alles. Das kann ein Tagesausflug zu einem See, ein Gespräch mit Freunden, ein Buch oder ein Film sein. Ganz oft bekomme ich Ideen, wenn ich im Urlaub bin.

Was würden Sie anderen Menschen empfehlen, die mit dem Gedanken spielen, ein Buch zu schreiben? Wie fängt man am besten an und wie kann man vorgehen?

Der beste Tipp, der mir damals gegeben wurde und den ich hier weitergeben möchte, ist, einfach anzufangen. Jeder Satz kann der Beginn einer Geschichte sein. Ich habe losgeschrieben, egal, wohin mich meine Gedanken geführt haben. Als ich „Die Allianz der Sonne“ begonnen habe, wusste ich das Ende nicht. Ich hatte auch keinen Plot. Der ist erst viel später entstanden, als ich gemerkt habe, welches Ausmaß meine Idee nimmt. Mittlerweile weiß ich, dass ein roter Faden auch sehr hilfreich sein kann.

Viele Schriftsteller fürchten sich vor einer Schreibblockade. Haben Sie so etwas auch schon einmal erlebt?

Die letzte Schreibblockade ist bei mir eine Weile her, aber fürchten musste ich mich nicht. Es gibt immer einen Grund, warum der Text gerade nicht läuft. Das kann zum Beispiel ein Plotfehler, ein komplizierter Charakter oder eine schwierige Situation sein, was einen blockiert. Mir half es damals, eine Auszeit zu nehmen und mich mit anderen Schreibenden auszutauschen. Mit etwas Abstand konnte ich die Schreibblockade überwinden.


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