Montag, 21. Juni 2021
Mittwoch, 26. Mai 2021

Bedrückender Alltag

Presseinfo

Torgau/Berlin. In einer Abschlusstagung am kommenden Samstag im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer (Bernauer Straße 119, 13355 Berlin) werden ab 10 Uhr die Ergebnisse des Projektes „Lebensgeschichtliche Dokumentation der Umerziehung in Spezialheimen der DDR. Aufbau eines Zeitzeugenarchivs“ vorgestellt.

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„Ziel ist die dauerhafte Sicherung der Erfahrungen von Betroffenen der DDR-Heimerziehung“, erläuert Manuela Rummel von der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau.

Sechzig Audio-Interviews sind während des Projekts entstanden, sechzig Lebensgeschichten wurden erzählt. Mit mehr als 115 Stunden Tonmaterial bietet das Archiv persönliche Einblicke in den oftmals bedrückenden Alltag der verschiedenen Spezialheime. Es dokumentiert zudem die jahrzehntelangen Nachwirkungen der Heimerziehung auf die körperliche und geistige Gesundheit, das Privatleben und das oftmals schwere berufliche Vorankommen vieler Betroffener.

Neben der Vorstellung der Datenbank, mit der die Interviews für Interessierte verfügbar sind, wird auch die zugehörige Publikation „Den Betroffenen eine Stimme geben“ vorgestellt. Zudem werden neue Wege und die besonderen Herausforderungen im Umgang mit diesen persönlichen Lebenszeugnissen diskutiert.

Das entstandene Zeitzeugenarchiv ehemaliger DDR-Heimkinder wird auch in den kommenden Jahren laufend erweitert. Die Zeitzeugeninterviews sind ein wichtiger Baustein des Oral-History-Bestandes zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Diese Quellen sind durch die schwierige Aktenlage im Bereich DDR-Heimerziehung unverzichtbar für die wissenschaftliche Forschung.

Die Teilnehmerzahl ist aus Infektionsschutzgründen auf ein Minimum begrenzt. Für eine Teilnahme vor Ort wird dringend um Voranmeldung unter c.gaubert@jugendwerkhof-torgau.de gebeten. Die Veranstaltung wird zudem im Netz unter www.jugendwerkhof-torgau.de per Livestream übertragen.

Zwischen 13.50 und 14.50 Uhr ist eine Podiumsdiskussion zum Thema Zeugnisse ehemaliger DDR-Heimkinder und ihre Bedeutung geplant. Teilnehmer sind Dr. Christian Sachse (Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft), Prof. Dr. Cornelia Wustmann (Leiterin des Forschungsverbundprojekts „Heimerziehung in DDR-Spezialheimen“ der Technischen Universität Dresden) und Dr. Christian Gaubert (Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau). Die Moderation liegt in den Händen des Historikers Prof. Dr. Wolfgang Benz.


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