Mittwoch, 23. Juni 2021
Freitag, 28. Mai 2021

"Es gibt nichts Schöneres als glückliche Kinderaugen"

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Der Entenfang Torgau wurde Pfingsten wieder Schauplatz einer Benefiz-Spendenveranstaltung für das Mamoli-Waisenhaus in Afrika. In der TZ sprechen er und Koordinator Kilian Krämer über die Hintergründe. 

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?Am vergangenen Pfingstsonntag fand im Entenfang Torgau seit langer Zeit nach monatelangem Lockdown wieder ein Open-Air-Konzert statt. Neben der Freude darüber, endlich mal wieder  gemeinsam auf einer Veranstaltung Musik genießen zu können, kamen die Besucher an diesem Tag aber auch noch aus einem anderen Grund zusammen: um Spendengelder zu sammeln – denn bei dem behördlich genehmigten und unter strengen Auflagen durchgeführten Open-Air handelte es sich um ein Benefiz-Konzert. Das gesammelte Geld kommt dem Mamoli-Waisenhaus im südafrikanischen Mosambik zugute. 

Im Rahmen des Events wurde eine Versteigerung durchgeführt, zu der jeder der anwesenden Gäste einen freiwilligen Beitrag in selbst festgelegter Höhe abgeben konnte. „Viele spendeten aber auch einfach so, ohne eines der bei der Versteigerung angebotenen Produkte mitzunehmen, weil sie den guten Zweck unterstützen wollten. 

Fasziniert von der Idee

Auch Entenfang-Betreiber Karl-Friedrich Potzelt hat sich um der guten Sache willen dazu entschlossen, das Spendenprojekt zu unterstützen und stellt dafür bereits seit einigen Jahren sein Gelände zur Verfügung. Seine Motivation dahinter beschreibt er folgendermaßen: „Meine Familie und ich sind sozial eingestellt und die Idee, eine solche Versteigerung zugunsten von wahrhaft bedürftigen Kindern durchzuführen, hat uns fasziniert. Zumal man bei diesem Projekt quasi zusehen kann, was mit dem Geld passiert. Und es gibt nichts Schöneres als glückliche Kinderaugen, ob nun von den eigenen Enkeln oder von den Kids aus Mamoli.“ 

Transparenz wichtig

Dass man laut Potzelt „quasi zusehen“ könne, was mit dem Geld passiert, ist für Kilian Krämer, Koordinator der Veranstaltung und Mittelsmann für die Spendengeber, ein wichtiger Punkt. „Uns ist Transparenz bei der Durchführung der Mamoli-Spendenaktion sehr wichtig. Aus diesem Grund begleite ich die Aktion von der Auktion bis zum letztendlichen Einsatz der Gelder von Anfang bis Ende, um sicherzustellen, dass so viel wie möglich vom gesammelten Betrag letztendlich auch beim Waisenhaus in Afrika ankommt und der Verwaltungsakt so gering wie möglich bleibt. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei Karl-Friedrich Potzelt bedanken, dass er uns für das Konzert und die Versteigerung  sein Gelände zur Verfügung stellt.“

Zufrieden mit Spendenbeteiligung

Insgesamt rund 1000 Euro sind nun nach der Spendenveranstaltung mit musikalischer Untermalung (TZ berichtete) zusammengekommen. „Etwas weniger als in den Jahren zuvor, was aber natürlich daran liegt, dass wir Corona-bedingt die Versteigerung in diesem Jahr in einem kleineren Rahmen durchführen mussten. Wir sind aber vor allem froh und dankbar, dass wir nach den langen Monate ohne Veranstaltungen dieses Event überhaupt durchführen durften und dass für die geringere Anzahl an Besuchern trotzdem ein so hoher Betrag zusammengekommen ist“, freut sich Nestler. „Damit sind wir sehr zufrieden und möchten und uns ganz herzlich bei unseren Spendern bedanken.“

Versteigert wurden die verschiedensten Dinge wie selbstgehäkelte Mützen, Schals und ähnliches vom Ex-Freygang-Mitglied Tatjana, alter DDR- Hausrat und Geräte, wie zum Beispiel Diaprojektor mit Märchen-Dias, ein Schlauchboot, Schallplatten, Band-T-Shirts, Geschirr und Gläser, persönliche Gegenstände, Instrumente von aktuellen und verstorbenen Musikern unserer Szene und anderes mehr.

Langjährige Kooperation

Doch wie sind der aus Berlin stammende Koordinator und der Torgauer Entenfang-Besitzer Karl-Friedrich Potzelt überhaupt zusammengekommen? Da der Bandgründer von Freygang mit Potzelt befreundet war, fragte er diesen, ob er sein Gelände für das Festival zur Verfügung stellen würde und so entstand eine Kooperation, die bis heute anhält. Viele Jahre lang war diese Veranstaltung ein kommerzielles Festival,  zu welchem die Band Freygang spielte, doch nachdem diese sich 2019 aufgelöst hatte, wurde die Veranstaltung  in ein Benefizkonzert umgewandelt, welches im letzten Jahr leider Corona-bedingt ausfallen musste. 

Brotversorgung erstmal gesichert

„Mit dem über die Jahre eingenommenen Geld haben wir beispielsweise eine neue Wasserpumpe bezahlt und einen Brotbackofen finanziert. Durch die im letzten Jahr entfallene Veranstaltung haben wir aber noch Reserven übrig. Zusammen mit den rund 1000 Euro aus der diesjährigen Veranstaltung ist die Brotversorgung der Kinder bis 2022 gesichert“, zeigt sich Nestler erleichtert.


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