Mittwoch, 23. Juni 2021
Montag, 31. Mai 2021

Hurra, am 1. Juni ist Kindertag!!

Stillberaterin Anne Franke mit ihrer Familie. Von links nach rechts: Cornel, Vincent, Augustin, Conny Franke und Anne Franke. Am Kindertag nehmen sich die Eltern dreier Jungs gern frei, um den ganzen Tag zeit mit ihnen verbringen zu können. Foto: Privat

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Der erste Juni ist wirklich ein Grund zum Feiern und ein guter Anlass, an die Rechte und Bedürfnisse von Kindern zu erinnern. Dafür sprach die TZ mit Hebamme Ines Lehmann, Still- und Trageberaterin Anne Franke und natürlich mit einigen Kindern. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

„Die Welt gehört in Kinderhände!“, sang schon Herbert Grönemeyer. Kinder sind unser wichtigstes Gut. Da ist es nur folgerichtig, dass der heutige internationale Kindertag am 1. Juni genauso zelebriert werden sollte wie Mutter- oder Vatertag. Und das wird er auch  – in Deutschland gibt es aufgrund der früheren Teilung des Landes sogar zwei Kindertage, und zwar neben dem 1. Juni außerdem den 20. September. Doch warum gibt es überhaupt einen Kindertag?

Rechte und Bedürfnisse

Ziel des Kindertages ist es, an die Bedürfnisse und Rechte und von Kindern zu erinnern und darauf aufmerksam zu machen. In über 145 Ländern weltweit wird er gefeiert und in Deutschland beispielsweise finden zu diesem Anlass in vielen Einrichtungen, vor allem in Kindereinrichtungen,  Feste und Feiern statt. Natürlich wissen auch viele Familien dieses Ereignis entsprechend zu würdigen, indem sie ihrem Nachwuchs besonders viel Aufmerksamkeit widmen, etwas Schönes unternehmen und und ihnen in vielen Fällen auch kleine Geschenke zukommen lassen. Was für die Kinder selbst zum Kindertag am wichtigsten ist und was sie sich – auch im Hinblick auf Corona – für die Zukunft wünschen, erzählen einige von Ihnen in der TZ – aber dazu später mehr.

Begleitung schon vor der Geburt

Zwei Frauen, die sich nicht erst mit dem Eintritt der Kinder ins Leben mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen, sondern bereits vor der Geburt, sind Hebamme Ines Lehmann und Still- und Trageberaterin Anne Franke, welche selbst Mutter und Tochter sind. Mit langjähriger Erfahrung setzt sich Ines Lehmann als Hebamme tagtäglich in Beratungen, medizinischen Untersuchungen und verschiedenen Schwangerschafts- sowie Mutter-Kind-Kursen beginnend von der Zeit im Bauch der Mutter bis zu neun Monate nach der Geburt damit auseinander, was Mädchen und Jungen gut tut. 

Auch ihre Tochter Anne Franke bietet bereits vor und nach der Geburt Kurse für Schwangere und frischgebackene Eltern an und berät sie nach der Geburt zum Stillen, zu babygerechter gesunder Beikost und verschiedenen Tragetechniken. In der TZ teilen Mutter und Tochter ihre Gedanken zum Kindertag mit den Lesern. 

Ein besonderer Festtag

„Ich verbinde nur positive Erinnerungen mit dem Kindertag“, erzählt Ines Lehmann aus ihrer eigenen Kindheit. „Es war ein besonderer Festtag, der im großen Stil gefeiert wurde. Uns Kindern wurde besonders viel Aufmerksamkeit durch geselliges Beisammensein gewidmet. Heute als Hebamme beginnen für mich aus beruflicher Sicht die Bedürfnisse aller Kinder schon vorgeburtlich. Dies ist unser Ansatz als Hebammen – die werdenden Eltern auf die Geburt ihres Kindes vorzubereiten, um es in dieser kraftvollen Zeit zu begleiten.

Ich empfinde es als etwas sehr Wertvolles, dass wir Hebammen die Schwangeren beziehungsweise jungen Eltern mit ihren Kindern über lange Zeit unterstützen können. Die Betreuungszeit beginnt meist ab Beginn der Schwangerschaft und kann von den Familien bis zum 9. Monat nach der Geburt ihres Kindes in Anspruch genommen werden.“

Jeder Tag als Kindertag

Im Rahmen dieser Arbeit empfinde sie jeden Tag als Kindertag, was sie sehr zu schätzen wisse. Für Lehmann sollte der Kindertag auch zukünftig ein Symbol für den Kinderschutz sein. Um dies zu erreichen, arbeiten „wir Hebammen mit verschiedenen Netzwerkpartnern zusammen.“ Was sie sich für die Zukunft  wünsche? „Ich wünsche mir, dass alle Eltern ihre Kinder mit viel Liebe, Zuneigung sowie Kraft und Geduld durch das Leben begleiten, egal in welcher Lebenslage sie sind.

Für immer die Kinder ihrer Eltern

Ein Punkt, den Still- und Trageberaterin Anne Franke bezüglich des Kindertags sehr schade finde, sei, dass dieser in manchen Fällen mit zunehmendem Alter der Kinder irgendwann nicht mehr gefeiert werde: „Für viele, gerade ältere Kinder beziehungsweise Jugendliche, fällt leider oft der Kindertag  weg. Das verstehe ich nicht, da sie trotzdem immer die Kinder ihrer Eltern bleiben werden. Egal, wie alt sie sind.“

Tag der Wertschätzung und Liebe

„Aus meiner Sicht als Stillberaterin und Mutter kann ich nur sagen: Es ist nicht selbstverständlich, dass Kinder bei uns sind. Sie suchen sich ihre Eltern aus, dies sollten wir Eltern zu schätzen wissen und als Glück und Geschenk sehen. Kindertag ist ein Tag, an dem wir unseren Kindern Wertschätzung, Dankbarkeit, Zeit, Liebe und Respekt schenken sollten.“ 

„So wie ich es selbst erlebt habe“

Da sie selbst als Kind an diesem besonderen Tag sehr viel Wertschätzung erfahren habe, wolle sie es nun in ihrer Familie genauso umsetzen. „Früher haben wir an dem Tag besonders viel Zeit in Familie verbracht, es war ein besonderer Tag für uns Kinder und es gab ein kleines Geschenk als Wertschätzung. Heute versuche ich, es bei meinen Kindern auch so umzusetzen, wie ich es selbst erlebt habe. Wir verbringen den Tag gemeinsam in Familie, unternehmen etwas zusammen, gehen zum Beispiel in den Tierpark, ins JumpHouse oder ähnliches.“ 

Kinder dürfen entscheiden

„Die Kinder dürfen an dem Tag entscheiden, was unternommen wird. Im Moment ist durch Corona leider alles sehr eingeschränkt, das heißt ein Picknick an der Elbe mit Angel im Gepäck ist die Alternative zu großen Unternehmungen.

So sehen  Kinder den Kindertag

Wenn es um das Thema internationalen Kindertag geht, sollen natürlich  auch die Kinder selbst zu Wort kommen. In der TZ sprechen Vincent (13 Jahre), Cornel (11 Jahre), Eva (5 Jahre) und Paul (17 Jahre) über ihre Gedanken zum Tag der Kinder. 

Vincent, 13 Jahre:

„Für mich ist der Kindertag ein besonderer Tag. Es gibt ein Geschenk als Anerkennung und Wertschätzung meiner Eltern. Außerdem ist es ein Tag, um über die Kinderrechte nachzudenken beziehungsweise diese nochmal hervorzuheben. Kinder haben auch Rechte, nicht nur Pflichten ;-). Ich wünsche mir für meine Zukunft, die Maskenpflicht wieder abzuschaffen, Freiheit in unserem Tun und wieder vernünftigen Unterricht, um die Motivation zum Lernen wieder zu steigern.“

Cornel, 11 Jahre:

„Ich freue mich immer auf die Geschenke und die Zeit mit meiner Familie. Wir dürfen an dem Tag entscheiden, was wir machen wollen. An dem Tag nehmen sich meine Eltern meistens frei. Ich wünsche mir keine Masken mehr und das wir wieder überall hingehen können und alles geöffnet ist.“

Eva, 5 Jahre

Ich wünsche mir zum Kindertag Spielzeug. Ich hätte gern ein Spray gegen Corona, das man einfach so versprüht. Und die Flasche soll sich dann immer wieder von allein füllen. Außerdem möchte ich gern in den Urlaub fahren und nach Bad Düben ins Heide Spa. 

Paul, 16 Jahre

Mir wäre es am liebsten, wenn am 1. Juni Schulausfall wäre. Außerdem fände ich es gut, wenn es immer Wechselunterricht statt fünf Tage Schule pro Woche gäbe, denn ich mag den Online-Unterricht und möchte dass es so bleibt, weil es so viel cooler ist. 

Zeit mit Kindern verbringen

Kinder lieben Geschenke, das ist normal – schließlich freuen die meisten Erwachsenen sich auch über ein Präsent. Deshalb ist es immer eine schöne Idee, seinen Nachwuchs zum Kindertag mit einem kleinen Geschenk zu überraschen. Das wohl wertvollste Geschenk, das man Ihnen aber letztendlich geben kann, ist jedoch eines, was unbezahlbar ist: Zeit. Zeit, die man mit ihnen verbringt, etwas Schönes mit ihnen unternimmt, ihnen zuhört und einfach für sie da ist. 


Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. Hier können Sie ihn bestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de