Mittwoch, 23. Juni 2021
Montag, 31. Mai 2021

Deutsch, Mathematik und Biologie in einem

Zuerst braucht es ein Loch: Emsig graben die Kinder unter den wachsamen Augen Ulrike Barths (l.). Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Der Naturschatz Elbaue wurde um zwei weitere Ulmen aufgewertet. Die TZ war dabei und berichtet, welche Rollen das Förderzentrum und die Oberbürgermeeisterin spielen.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

?Bei schneidend kaltem Wind und Regen pflanzten am Mittwoch in der Elbaue sieben Kinder der Oberstufe O3 des Förderzentrums an der Promenade zwei Torgauer Flatterulmen. „Das ist ein typischer Baum der Elbaue“, sagte Ulrike Barth. Beide Setzlinge stammen laut der Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbandes Torgau-Oschatz vom sogenannten „Dicken Kunz“ in Kunzwerda ab. In dem Zuge übernahmen die Kinder auch gleich noch die Patenschaft für einen der Bäume. „Die Elbaue ist Teil des Natura 2000-Schutzgebietskulisse“, sagte Nicole Sieck. So seien diese Wiesen auch Vogelschutzgebiet, bekräftigt die Projektkoordinatorin des Landschaftspflegeverbandes Torgau-Oschatz. Dank der Landesgartenschau im Glacis ist das Projekt „Natura 2000“ laut Nicole Sieck auch ein Thema bei dieser. Auch deshalb übernahm vor Ort Oberbürgermeisterin Romina Barth die Patenschaft für den zweiten Baum.

An jedes Detail gedacht

Unter der Aufsicht ihrer Klassenlehrerin Birgit Pfeiffer und zweier Unterrichtshelfer brachten die Kinder die Bäume in die Erde. Dabei wurden sie von Ulrike Barth fachkundig angeleitet. So wurde zum Beispiel neben dem obligatorischen Loch auch noch ein sogenannter Gießring angelegt, ein Netz als Fraßschutz gegen Mäuse um die Wurzel drapiert und natürlich reichlich gegossen. Etwaige Skepsis, ob sich das Netz ungünstig auf das Baumwachstum auswirke, beseitigte Ulrike Barth. „Das zersetzt sich mit der Zeit“, erläuterte sie. Diese Pflanzungen seien dabei ein Balance-Akt zwischen intakten Naturräumen wie den Elbauen und dem Hochwasserschutz. Schließlich hindere ein Baum auch das Wasser beim Abfließen. „Übrigens kommen die Ulmen gut mit Überflutungen zurecht. Sie halten es rund 100 Tage im Hochwasser aus“, macht Ulrike Barth klar.

Lebendiges Lehrbuch

Für die Klassenlehrerin Birgit Pfeiffer ist die Pflanzaktion mehr als bloß ein symbolischer Akt. Sie will den Baum auch im Unterricht nutzen. „In so einem Baum sind schließlich unter anderem Deutsch, Mathematik und Biologie vereint“, sieht sie den pädagogischen Nutzen. Darum werde der Baum in Zukunft auch immer wieder besucht werden, sozusagen als lebendiges grünes Lehrbuch. „Wir wollen einfach sehen, was mit dem Baum passiert“, freut sich Birgit Pfeiffer auf kommende spannende Unterrichtsstunden. Zum Schluss gab es für alle Beteiligten eine Holzplakette für eine Flatterulmenbaumpatenschaft.

Der Setzling kommt mit Hilfe Ulrike Barths (knieend hinterm Baum) ins vorbereitete Pflanzloch. Im Hintergrund schaut Oberbürgermeisterin Romina Barth zu. 

 


Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. Hier können Sie ihn bestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de