Mittwoch, 22. September 2021
Donnerstag, 3. Juni 2021

Dank der Azubis ein neues Ausflugsziel am Waldrand 

Die Azubis (von rechts) Stephan Knobbe, Matthias Kleiner (beide werden übernommen) und Sören Scharf. Ganz links Forstwirtschaftsmeister Bert KotfaldFoto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dautzschen. Das Abschlussprojekt des Bundesforstbetriebes in Dautzschen sorgt in diesem Jahr für Gesprächsstoff. Denn es ist eine echte Attraktion geworden. Ein Insektenhotel mit Hordengatter, Blühwiese und Schautafeln. 

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Es war nicht einfach etwas zu finden, was die Forstwirt-Azubis in vielerlei Hinsicht geistig und handwerklich fordert, was aber auch für die Öffentlichkeit von nachhaltigem Nutzen ist. Mit dem Insektenhotel gelang es hervorragend, sämtliche Anforderungen zu bündeln. 

Breite Resonanz 

Das diesjährige Abschlussprojekt der Lehrlingsausbildung hat den Bundesforstbetrieb Mittelelbe in Dautzschen ins Gespräch gebracht. Denn am Waldrand zur Annaburger Heide entstand ein neues Ausflugsziel. Eines, das in den vergangenen Wochen schon auf privaten Handys des Öfteren gepostet und weiterversendet wurde. Meist mit dem Zusatz: Guckt euch das mal an! Besuch lohnt sich! Mancher startete extra eine Radtour mit Picknick-Korb, um die neue Attraktion selbst in Augenschein zu nehmen. „Ich denke, das haben sie gut gemacht“, findet auch Forstwirtschaftsmeister Bert Kotfald – der für die Ausbildung zuständig war – lobende Worte für seine Azubis.

Zwar steht der offizielle Besuch der Prüfungskommission am 7. Juni noch aus. Aber beim Blick auf die akkurat konstruierte und liebevoll dekorierte Tafel mit ihrem Innenleben sowie dem gestalteten Umfeld dürfte es wenig Grund zur Kritik geben. Das neue Insektenhotel passt perfekt zum vorgegebenen Thema Naturschutz und Landschaftspflege und wurde von der Zielgruppe– den Wildbienen und anderen Kleintieren – schon sehr gut angenommen.

Seit November 

Matthias Kleiner, Sören Scharf und Stephan Knobbe sind die Azubis, die das Abschlussprojekt seit November realisiert haben. „Sie mussten sich intensive Gedanken machen, welcher Standort in Frage kommt, welche Insekten angesprochen werden sollen, welche Materialen zu verwenden sind, wie die zugehörigen Blühstreifen und Blühflächen anzulegen sind und welche Sorten dazu passen.

Gewählt wurde das Ausbildungsrevier Nahe, „Brucke“, etwa ein Kilometer von Dautzschen entfernt. Und, nachdem die Revierleitung ihre Zustimmung gegeben hatte, begannen die ersten Arbeiten. „Der Dautzschener Kindergarten trägt den Namen „Käferparadies“ und so kam die Idee, die Kleinen beim Verzieren und Bemalen des Insektenhotels mit einzubeziehen. Acrylfarben haben wir zur Verfügung gestellt“, sagt Bert Kotfald. Um die Blühfläche zu schützen, wurde außerdem noch ein sogenanntes Hordengatter angelegt. Die Azubis zeigten sich in jeder Hinsicht kreativ, von der Materialbeschaffung bis zur Gestaltung. Handwerkliches Geschick war wiederum im Umgang mit diversen Sägen, Akkuschraubern, Schleifgeräten und Erdbohrgeräten notwendig. Hier merkte man, dass die drei jungen Leute schon aus anderen Berufen kamen und Vorkenntnisse besaßen.

Für die Sicherheit 

„Allerdings musste ich beim Thema Sicherheit hin und wieder noch Überzeugungsarbeit leisten, wenn mancher Handgriff etwas unbedacht oder entgegen den Vorschriften ausgeführt wurde“, lächelt Bert Kotfald. Er muss es wissen. Schließlich fungiert er im Bundesforstbetrieb Mittelelbe und im Bundesforstbetrieb West Brandenburg auch als Sicherheitstrainer und organisiert regelmäßig Schulungen mit den Mitarbeitern.

Vielerlei Arbeiten 

Ansonsten führten die drei Azubis vielerlei Arbeiten sehr gewissenhaft durch, die nicht unbedingt zum Berufsbild eines Forstwirtes gehören. Die Dachkonstruktion und Tischlerarbeiten zum Beispiel. Sie recherchierten im Internet unter anderem auf der Seite des NABU, wie die Kästen am Insektenhotel aussehen sollten und welche Nahrung Wildbienen, Florfliegen und bestimmte Hummelarten bevorzugen. Immerhin 43 verschiedene einheimische Blumenarten wurden im und am Hordengatter gesät. Die Samen bezogen die Lehrlinge ebenfalls über das Internet. Drei Meter breit und 2.50 Meter hoch ist das Insektenhotel. Vor der Prüfungskommission müssen Matthias Kleiner, Sören Scharf und Stephan Knobbe am 7. Juni noch kleinere handwerkliche Arbeiten ausführen und Erläuterungen geben. Ansonsten fügt sich das Insektenhotel sehr gut in einen Lehrpfad ein, der am Waldrand von Dautzschen im Entstehen ist und das Ortsbild bereichert.

Große Schaukästen 

Schon vor drei Jahren wurden im Rahmen eines Abschlussprojektes große Schaukästen mit Erklärungen der Tier- und Pflanzenwelt aufgestellt. Auch diese Konstruktionen sind sehr sehenswert. Die Lehrlingsausbildung läuft im Bundesforstbetrieb in Dautzschen seit 2005.

Seit 2015 ist Bert Kotfald dafür zuständig. Zwei der drei diesjährigen Lehrlinge haben sich erfolgreich beim Bundesforstbetrieb beworben und werden ab Ende Juni übernommen. Die Lehrlingsausbildung selbst wird jetzt aber erst einmal wegen diverser Umbaumaßnahmen für ein bis zwei Jahre ausgesetzt. „Wir hoffen, dass es dann wieder weitergeht“, so Forstwirtschaftsmeister Bert Kotfald. 

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