Mittwoch, 23. Juni 2021
Freitag, 4. Juni 2021

Höherer Brandschutz und mehr Flexibilität

Der Umzug verläuft in drei Etappen an drei verschiedenen Tagen und wird durch das Unternehmen Otto Bettzieche aus Delitzsch durchgeführt. Foto: Thomas Keil

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Die Volkshochschule Torgau zieht um, aber zum Glück "nur" ins gegenüberliegende Gebäude, das MPZ in der Puschkinstraße 3. Warum, darüber sprechen Sven Keyselt, Amtsleiter Schule und Bildung des Landkreises Nordsachsen und Thomas Liegau, Pädagogischer Mitarbeiter der VHS Torgau, in der TZ.

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Die Volkshochschule Torgau zieht um! Aber zum Glück nicht weit weg. Genau genommen könnte die Strecke kaum kürzer sein, denn das Gebäude, in welchem sich die VHS seit vergangenen Dienstag ?einrichtet, befindet sich praktischerweise genau auf der gegenüberliegenden Seite: das Medienpädagogische Zentrum (MPZ) in der Puschkinstraße 3 in Torgau. Der Umzug selbst wird durch das Unternehmen Bettzieche aus Delitzsch übernommen und an drei Tagen über die Bühne gebracht. Die ersten Kartons verließen bereits am 1. Juni das bisherige Gebäude, die zwei weiteren Termine erfolgen in der nächsten Woche. 

Dabei ist das MPZ, in welchem sich die Kreisergänzungsbibliothek befindet, für die VHS Torgau kein komplett neuer Veranstaltungsort. So fanden hier vor der Schließung durch den Lockdown bereits Kurse statt, vor allem Lehrerfortbildungen in Bereichen wie Medienkompetenz und Medienprojekte. Das Objekt selbst gehöre dem Landkreis, wie Sven Keyselt, Amtsleiter für Schule und Bildung des Landkreises Nordsachsen, erklärt. „Dieses Haus war ursprünglich eine Kaserne und später dann eine Schule“, ergänzt Thomas Liegau, Pädagogischer Mitarbeiter bei der VHS Torgau. Das ganze Gelände sei eine preußische Kaserne gewesen, wobei das alte VHS-Gebäude ein klassisches Kasernen-Domizil darstellte, in welchem früher Soldaten untergebracht wurden seien. Bei einem Rundgang durch das neue Gebäude lassen sich noch heute bauliche Einzelheiten feststellen, welche an die ehemalige Kaserne erinnern, beispielsweise eine alte braune Tür. Für manch einen Betrachter womöglich ein wenig an eine Tür zu einem Bunker erinnernd, zeugt diese von vergangenen Zeiten.    

Mehr Sicherheit und Flexibilität

Abgesehen von solchen Details sei das Hauptgebäude des MPZ komplett saniert und modernisiert wurden. So sorgen als neueste bauliche Veränderung große, in die Decke eingelassene Fensterflächen für eine natürliche Beleuchtung der Gänge, lassen viel Licht und Sonne herein und verleihen den Fluren ein modernes Ambiente. Doch was ist neben den genannten Neuerungen eigentlich der Grund dafür, dass die VHS von dem alten Gebäude, welches nun schon seit mehreren Jahren dem großen Kursangebot Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, in ein anderes, genau gegenüberliegendes Gebäude zieht? Die bessere Lage kann in diesem Fall ja wohl kaum der Grund sein, angesichts eines räumlichen Abstands von gerade mal ein paar wenigen Metern.

„Der Hauptgrund ist, dass im neuen Hauptgebäude ein höherer Brandschutz gegeben ist als im alten“, berichtet Keyselt. Auch eine Einbruchmeldeanlage sorge nun für mehr Sicherheit und zu den bislang vorhandenen Parkplätzen sollen bald noch Parkplätze im Innenhof kommen. Davon abgesehen, biete das MPZ noch weitere entscheidende Vorteile gegenüber dem alten Gebäude. Neben einer großen Auswahl von zehn künftigen Räumen in verschiedenen Größen, welche Kursen in unterschiedlichen Gruppenstärken Platz bieten, ist insbesondere ein Raum der ganze Stolz der VHS: ein neuer pädagogischer Kursraum, welcher durch verschiebbare Trennwände flexibel in seiner Größe veränderbar ist. „Indem man die Trennwände benutzt, kann man aus dem einen großen Raum zwei oder je nach Belieben und Situation auch drei kleinere Kursräume schaffen, erklärt Liegau. „Das ist eine sehr innovative Neuerung.“

Dieser Raum könne zukünftig beispielsweise sehr gut für Tanzkurse verschiedenster Stilrichtungen oder auch für Tai Chi, Qi Gong und ähnliches genutzt werden.  Insgesamt reichten die Maße der zehn Räume von etwa 35 Quadratmetern bis hin zu knapp 100 Quadratmetern. 

Umzug in mehreren Etappen

Möglichst schnell und effizient soll der Umzug in das MPZ  vonstatten gehen: So wurden am 1. Juni  bereits die Einrichtung der Büros sowie die Tafeln – grüne Tafeln, Whiteboards und digitale Tafeln – hinübergebracht und auch die Technik sollte an diesem Tag bereits geschaltet werden. „Die technischen Voraussetzungen sind bereits gegeben, die Verkabelung und notwendige Anschlüsse sind schon vorhanden, sodass die Technik nun nur noch angeschlossen werden muss“, so Sven Keyselt bei einem Besuch der TZ vor Ort Ende Mai. In der Folgewoche soll die Ausstattung der einzelnen Räume folgen.

Kurse während des Umzugs

Tatsächlich fänden laut Liegau während der Zeit des Umzugs sogar Kurse statt – am 7. und 11. Juni jeweils ein Integrationskurs. „Diesbezüglich sind wir wirklich gespannt, wie diese unter den aktuellen Bedingungen durchgeführt werden – Umzug, Corona und die Kurse mittendrin“, bemerkt der Pädagogische Mitarbeiter. „Wir wollten die Kurse jedoch bewusst auch während dieser Zeit durchführen, um sie nicht zu unterbrechen, denn durch die Corona-bedingten Einschränkungen sind diese leider ohnehin bereits über einen langen Zeitraum ausgefallen beziehungsweise unterbrochen wurden. Deshalb soll der Umzug an zwei Tagen stattfinden, um alles entsprechend organisieren zu können.“

Mit Zuversicht in die Zukunft

„Aufgrund der momentan positiven Pandemieentwicklung und sinkender Inzidenzzahlen hoffen wir, ein normales Herbstangebot unterbreiten zu können“,  zeigt sich Amtsleiter Sven Keyselt zuversichtlich. „Torgau ist allgemein einer der stärksten Standorte der VHS Nordsachsen, was Angebot und Nachfrage angeht“, betont Keyselt. „Wir hoffen natürlich, nach dem Lockdown wieder auf den alten Stand zurückzukommen. Dafür müssen wir immer ein Ohr am Markt haben, wie die Nachfrage ist. Darüber hinaus investiert die Volkshochschule Nordsachsen immer wieder in neue Technik für mehrere Standorte, um moderne Bildungsangebote vorhalten zu können. Um die Kurse unter den aktuellen Bedingungen auch durchführen zu können und dabei Sicherheit zu schaffen, haben wir außerdem ein ausgefeiltes Hygienekonzept mit Einbahnstraßenregelung, Maskenpflicht, Abstandsregeln und Desinfektionsspendern entwickelt.“ 

Hoffen auf mehr Präsenzkurse

Auch wenn der Online-Bereich ein sehr wichtiger Bereich für die VHS ist und gerade seit Beginn der Pandemie immer mehr an Bedeutung dazugewonnen hat, hofft die Volkshochschule darauf, zukünftig wieder mehr Kurse in Präsenz durchführen zu können. „Viele Kursteilnehmer spiegeln, dass sie die persönliche Interaktion und das soziale Miteinander vermissen“, führt Thomas Liegau aus. Allgemein sei ein ganzheitlicher Aspekt der VHS das Zusammenkommen von Menschen. „Das Kursprogramm ’Medienfit Nordsächsisch’ ist trotzdem zusätzlich ein wichtiger Bereich, um Medienkompetenz zu vermitteln“, ordnet Keyselt ein.  

Marktlücken füllen

Im Zusammenhang mit dem allgemeinen Kursangebot der VHS Nordsachsen betont Sven Keyselt: „Unser Ziel ist nicht, andere vom Markt zu verdrängen, sondern dort reinzugehen, wo Marktlücken, wo Bedarfe bestehen. Wir wollen erschwingliche Bildung für die Bevölkerung bieten.“  und Thomas Liegau resümiert mit Bezug auf die Volkshochschule Torgau: „Die VHS ist in den letzten Jahren wirklich zu einer Institution geworden.“ 


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