Montag, 21. Juni 2021
Montag, 7. Juni 2021

Zu Besuch bei den Hobbygärtnern der Eilenburger Straße

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

TZ besuchte die Kleingartensparte Eilenburger Straße. Eine Vorzeigesparte im Kreisverband Torgau - Oschatz, denn hier gibt es nicht nur Tafelgärten.

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Torgau. Es ist Vormittag in der Gartensparte Eilenburger Straße. In vielen der 249 Parzellen und dem Gemeinschaftsareal  herrscht emsiges Treiben. Männer sind beispielsweise dabei, den Rasen rund um die kleine Freilichtbühne wieder zu stutzen. Sie haben in der Anlage selbst einen Garten und leisten beim Rasenmähen ihre Arbeitsstunden für die Gemeinschaft ab.  Regen und Wärme im Wechselspiel lassen den Rasen in den vergangenen Wochen besonders schnell wachsen. Aber auch alles andere gedeiht, wie man zum Beispiel in den Tafelgärten sehen kann. 

Gepflegte Tafelgärten

„Wir haben insgesamt drei Tafelgärten in unserer Anlage“, erklärt Volker Meißner. Jeder umfasst rund 250 Quadratmeter. Insgesamt wurden in ihnen unter anderen in diesem Jahr 100 Tomaten-, 100 Gurken-, 200 Kohlpflanzen, Paprika, Zwiebeln und anderes mehr in Reih und Glied gepflanzt. Die Gärten werden von Frauen und Männern betreut und gepflegt, die über eine 1-Euro-Maßnahme im Verein von April bis Oktober beschäftigt sind. Stefanie Seelbinder gehört zu ihnen. Die 35-Jährige war bereits vor zwei Jahren in den Tafelgärten aktiv und freut sich, hier wieder eine geringfügige Beschäftigung gefunden zu haben. „Ich mag Gartenarbeit und habe selbst in der Anlage hier mit meiner Familie einen Garten“, erzählt die Torgauerin. Gemeinsam mit Kristin Wagner und Ilka Leisker sind sie dabei, die Erde in den Tomaten- und Bohnenbeeten zu lockern. Unkraut sucht man hier vergebens, das hat bei den emsigen Frauen keine Chance. In einem Hochbeet steht Bienenweide gut und an seinem Fuß leuchtet das kräftige Rot der Mohnblumen, lockt Insekten an. In einem Teil dieses Tafelgartens stehen aber auch Obstbäume.  Halbstämme, wie sie auch in den beiden anderen Tafelgärten zu finden sind und wo zur Ernte die Früchte problemlos erreichbar sind.“Während alles Gemüse an die Tafel im Repitzerweg geht, bekommen das Obst die Mädchen und Jungen von der Grundschule am Rodelberg. Sie liegt in unserer Nachbarschaft und zu ihr pflegen wir über Jahre hinweg eine gute Zusammenarbeit“, erklärt der Spartenvorsitzende. Apropos Tafel. Das Gemüse für die Tafel wird stets erst an dem Tag morgens geerntet, an dem es am Nachmittag ausgegeben wird. „Mit Frau Nowack ist die Zusammenarbeit bestens.“

Zeit zum Ausprobieren

„Und hier probieren wir in diesem Jahr mal etwas aus“, weist Volker Meißner auf einen gebauten und mit durchsichtiger Folie umhüllten Unterstand hin. In ihm stehen und blühen bereits  Gurkenpflanzen, die schon einige Zentimeter in die Höhe gerankt sind. In Töpfen wird Chili gezogen. Wenn’s gut läuft, soll es im nächsten Jahr mehr werden. Die Pflanzen unter Folie bedürfen etwas mehr Aufmerksamkeit und müssen ebenso mehr gegossen werden. Doch dass sollte kein Problem sein, denn die Frauen und Männer der Tafelgärten sorgen auch an den Wochenenden dafür, dass alle Pflanzen genügend Wasser erhalten. Unterstützt werden sie auch durch Menschen, die ihre Sozialstunden in der Sparte leisten. 

Neben den Tafelgärten gibt es auch ein Klassenzimmer im Grünen in der Sparte. Im Oktober des letzten Jahres wurde hier zum letzten Mal durch Volker Meißner sozusagen unterrichtet. „Wegen Corona ruht seitdem alles. Normalerweise sind hier Schüler zwei Mal in der Woche in diesem besonderen Klassenzimmer im Rahmen der Ganztagsangebote zu finden. Wann es hier wieder weiter geht, kann Meißner noch nicht sagen.

Statt Sommerfest Erntedank

Vieles fiel durch Corona aus oder wurde gar nicht erst geplant, weil die Pandemieentwicklung anderes einfach nicht gestattete . In der Sparte wird es deshalb in diesem Jahr kein Sommerfest geben. Auf dem großen Gemeinschaftsbereich mit Spielplatz und kleiner Freilichtbühne könnte stattdessen Erntedank gefeiert werden. Darüber wird der Vorstand noch entscheiden. Apropos Spielplatz. Der wird von vielen Kindern, auch  aus dem Wohngebiet, gern genutzt. Das freut die Spartenmitglieder, steckten sie hier doch viel Herzblut rein. Doch die Kleingärtner haben auch Sorgen. „Unsere Anlage ist eine offene. Das heißt, jeder kann sich hier bewegen und spazieren“, so Volker Meißner. Dieses Angebot nutzen gern auch Hundebesitzer, die mit ihren Tieren Runden drehen. Was diese allerdings dabei vergessen: Die Häufchen ihrer Vierbeiner lassen sie einfach liegen. „Jeden Morgen haben wir hier um die 15 Hinterlassenschaften liegen, die wir dann beseitigen müssen. Schlimmer ist aber, wenn man reintritt und. Das nicht merkt“, sagt Meißner. Der Vorsitzende appelliert daher an alle Hundehalter, die sich in der Anlage bewegen, wie anderswo auch gefordert, die Hundehäufchen  wegzuräumen. 

Jubiläum im Blick

Im November stehen wieder Vorstandswahlen im Spartenkalender. Schon jetzt wird versucht, dafür auch jüngere Mitglieder zu finden. Zudem ist diese Wahl auch eine mit Weitblick. Denn die derzeit 242 Mitglieder peilen gemeinsam ein großes Jubiläum an. 2024 wird der Verein 100 Jahre alt. Das gilt es langfristig vorzubereiten. „Wenn die Entwicklung unserer Sparte weiter so positiv verläuft, dann bin ich guten Mutes, dass wir das richtig zünftig feiern können“, blickt der Vorsitzende voraus.


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