Donnerstag, 5. August 2021
Mittwoch, 9. Juni 2021

Spielerischer Unterricht in der Heide

Revierförster Christian Huster erklärt den Grundschülern die Wirkungsweise einer Pheromonfalle, mit deren Hilfe das Aufkommen von Borkenkäfern hochgerechnet werden kann.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Taura. Der Forstbezirk Taura eröffnete am heutigen Mittwoch seine Waldjugendspiele.

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Wer im Deutschunterricht gut aufpasst, kann sich ganz leicht den Unterschied zwischen Fichten- und Kiefernnadeln merken: Das kurzes „i“ der Fichte geht mit ebenso kurzen Nadeln einher. Im Gegenzug besitzt die Kiefer deutlich längere Nadeln. Hagen Großmann vom Forstbezirk Taura führte die Dritt- und Viertklässler aus der Dommitzscher Grundschule am mittwoch sicheren Schrittes über diese Eselsbrücke. Großmann betreute eine von insgesamt zehn Wissensstationen, die der Forstbezirk anlässlich der  diesjährigen Waldjugendspiele den 55 Jungen und Mädchen anbot. Die Schüler bekamen jedoch nicht nur Wissen aus dem breiten Themenkomplex der Forstwirtschaft vermittelt, sondern lernten beispielsweise beim Holztransportspiel auch spielerisch den Arbeitsalltag im Wald kennen.

Im Schatten von Corona

Lange Zeit war auch in Taura unklar, ob  die Waldjugendspiele für Grundschulen in diesem Jahr durchgeführt werden können. Mit dem Sinken der Corona-Inzidenz stand dem Angebot inmitten der Dahlener Heide jedoch nichts mehr im Weg. Sehr zur Freude der Schüler aus der Gänsebrunnenstadt, die der Eröffnung beiwohnen konnten. Welchen Reiz das Angebot versprüht, machte Anette Proft, Klassenlehrerin der 4a, deutlich: „Hier im Wald sind die Kinder deutlich entspannter.“ Man spüre förmlich die staunenden Blicke. 

Unterstützung erhielt der Forstbetrieb auch in diesem Jahr von der Feuerwehr Taura sowie dem Landschaftspflegeverband (LPV) Torgau-Oschatz. LPV-Mitarbeiter Helmut Wache schleppte  extra eine große Transportkiste in den Wald, aus der er wenig später unter anderem ein weißes Tischtuch zauberte. Wer jetzt an Frühstückspause dachte, lag falsch, denn das Tischtuch wurde unter eine kleine, noch regennasse Eiche gespannt, an der auch prompt kräftig gerüttelt wurde. Eine Vielzahl kleiner Krabbler fanden sich im Handumdrehen auf dem Stoff. Nicht schlecht staunten die Schüler, als Wache dann auch noch erklärte, dass es aufgrund des nassen Bäumchens bei weitem nicht so viele Tiere seien, wie an einem durchweg trockenen Tag. 

Zum Sammeln geblasen

Davon hatten auch die Tauraer Forstleute in den zurückliegenden Jahren mehr als ihnen lieb sein konnte. „Dem Patienten Wald geht es nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen ein wenig besser“, sagte Forstbezirksleiter Jan Glock. Der hatte wenige Augenblicke zuvor mit Hagen Großmann und Johannes Thiele zum Sammeln vor der Walderlebnisscheune geblasen. Was Jägern ein vertrauter Ton, schien für die Ohren der Grundschüler dann doch ein wenig ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher wurde es, als die Schüler der Gruppe „Hämmernder Specht“ gleich an ihrer ersten Station Schuhe und Strümpfe ausziehen mussten. „Gehen wir jetzt barfuß durch den ganzen Wald?“, fragte ein Mädchen erstaunt. „Nee, nee. Nur hier auf dem Tastpfad“, folgte auf dem Fuße die Beruhigung. Doch warum eigentlich nicht mal auf Schusters Rappen die Heide erkunden?

Schwere Schuhe

Für Waldarbeiter sind nackte Füße allerdings keine Option. Wie schwer und klobig beispielsweise ein Waldarbeiterschuh daherkommt, erlebten die Jungen und Mädchen an der Technikstation, an der nicht nur die Schutzausrüstung erläutert wurde, sondern auch  Gerätschaften, mit denen ein Waldarbeiter umgehen muss. Und dann war da ja noch so eine Station, bei der die Kinder aus dem Staunen nicht herauskamen. Beim tierischen Weitsprung  lag nämlich der Rothirsch mit unerreichten 9 Metern  ganz klar auf Platz eins. Der halbe Meter der Waldmaus und die Sprungversuche der Schüler schienen dabei kaum ins Gewicht zu fallen.

Insgesamt fünf Grundschulen nehmen in diesem Jahr an den Waldjugendspielen teil. Nach den Dommitzschern folgen am Donnerstag – ebenso in Taura – die beiden Grundschulen aus Schildau und Dahlen. Am 16. Juni wird es die Mockrehnaer Grundschule nach Torfhaus ziehen. Zum Abschluss am 17. Juni kommt die Torgauer Grundschule am Rodelberg ebenso nach Torfhaus.

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