Mittwoch, 22. September 2021
Freitag, 11. Juni 2021

Jetzt amtlich: Waldbrand-Bekämpfung hat halbe Million Euro gekostet 

Nur ein Teil der Waldfläche, die im August verbrannte. Im Hintergrund die Bahnstrecke, von der das Feuer übergriff. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Fast 50 Rechnungen zu Einsatzkosten gingen bis Mai im Beilroder Gemeindeamt ein. Jetzt hofft man, dass alles durch ist. Unterdessen wurde die Brandstelle beräumt. Ein riesiger Kahlschlag war nötig. 

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Wer in der Beilroder Falkenstruth spazieren geht, hat jetzt das wahre Ausmaß des Großbrandes vom August 2020 vor Augen. Riesige Flächen wurden inzwischen abgeholzt. Dort, wo vor einem Jahr noch Wald stand, ist jetzt Brachland. Vereinzelt blieben noch ein paar verkohlte Stämme und Äste zurück.

Spuren im Sand künden von schwerer Technik, die in den letzten Wochen zum Einsatz kam. Die Wege ringsum sind mit großen Holzpoltern gesäumt, die auf den Abtransport warten. Wie ein Mahnmal steht ein fast völlig verbrannter Jägerstand auf freier Flur. Hier befand sich einst die Waldkante.

23 Fußballfelder 

17 Hektar Schadfläche hatte die Forstbehörde beim Landratsamt erfasst. Das wären umgerechnet etwa 23 Fußballfelder. Der finanzielle Schaden wurde auf etwa 170 000 Euro geschätzt. Die drei Eigentümer können – weil die Schuldfrage geklärt ist – mit einer finanziellen Entschädigung rechnen und in nächster Zeit mit der Aufforstung beginnen, damit hier irgendwann wieder Wald wächst.

Wie berichtet hatte ein Heißläufer der Bahn, also eine blockierte Bremse, die Flammen ausgelöst. Die Feuerwehren mussten an mehreren Stellen nördlich und südlich der Bahnstrecke Torgau – Falkenberg/E. löschen.

Klares Bild 

Indessen hat man nun, zehn Monate später, auch in der Gemeindeverwaltung Beilrode ein klares Bild, was die Einsatzkosten betrifft. Im vergangenen Jahr war eine Flut an Rechnungen im Rathaus eingegangen. Laura Cielas, Mitarbeiterin für Feuerwehrwesen, hatte zum großen Teil nur damit zu tun. Unterm Strich steht nun eine Summe, die für eine Kommune mit nur 4200 Einwohnern gewaltig klingt.

593 600 Euro wurden der Gemeinde Beilrode von den beteiligten Wehren, vom DRK, der Bundespolizei usw. in Rechnung gestellt. Dabei handelt es sich um reine Einsatzkosten, um Aufwendungen für Sprit, Technik, Ersatzbeschaffungen und so weiter. Zwischen Oktober und Mai gingen die Aufstellungen ein. Fast 50 Rechnungen waren im Einzelnen von Laura Cielas zu bearbeiten.

Herkules-Aufgabe 

„Für unsere kleine Gemeinde ist das eine Herkules-Aufgabe. Ich habe danach viele Gespräche mit dem Landkreis und mit dem Landesbranddirektor geführt. Es ist mir ein großes Anliegen, dass das Sächsische Brand- und Katastrophenschutzgesetz mit dieser Erfahrung angepasst und verändert wird“, sagt Bürgermeister René Vetter, der nun hofft, dass alle Rechnungen tatsächlich vorliegen. Festgeschrieben werden müsse seiner Meinung nach, dass ab der bestimmten Größe eines Schad-Ereignisses die nächst größere Behörde in die Verantwortung tritt, ähnlich wie beim Hochwasser. Hier übernimmt ab Warnstufe 3 automatisch der Landkreis die Regie.

Großes Glück gehabt 

„Der August-Brand hatte für mich durchaus die Dimension eines kleinen Katastrophenfalles und ich hätte mir da gerne höhere Verantwortungsträger zur Seite gewünscht“, spricht René Vetter Klartext.

91 000 Euro umfassen allein die Einsatzkosten der Gemeinde Beilrode. Die Frauen und Männer waren fünf Tage lang im Einsatz. „Wir hatten das Glück, dass der Verursacher fest stand. Wenn nicht, wären wir als Kommune bis an die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit gekommen“, so das Oberhaupt. Ohne andere Unterstützung hätte man das nie schultern können. Auch hier müssten Regelungen her. So aber gibt es mit der Deutschen Bahn einen kooperativen Partner. Von den 593 600 Euro wurden bereits 472 600 Euro bezahlt. Es sei davon auszugehen, dass auch das restliche Geld zeitnah fließt.

495 Kameraden 

Verpflegung, Kraftstoff, Verdienstausfälle, Reparaturkosten oder Ersatzbeschaffungen sind in den Positionen enthalten. Bei dem Großbrand in der Falkenstruth Anfang August handelte es sich um das größte Feuer der vergangenen zwei Jahrzehnte in der Region. 495 Kameraden von 75 Wehren aus drei Bundesländern rückten zum Löschen an. Dazu waren drei Einsatzzüge der Hilfsorganisationen zur Essenversorgung vor Ort.

In der akuten Phase wurden bis zu 35 Tanklöschfahrzeuge in der Falkenstruth gezählt. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei und Räumpanzer unterstützten die Arbeiten. Landwirte mit Traktoren, Lkw und großen Behältern standen den Kameraden zur Seite. Rund 400 Schläuche waren in Benutzung. Bis der August-Brand in der Gemeindeverwaltung wirklich „abgehakt“ werden kann, wird wohl trotzdem noch einige Zeit vergehen.

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