Dienstag, 22. Juni 2021
Freitag, 11. Juni 2021

Unwetter über Bockwitz

Der Bockwitzer Ortskern glich einem See.Foto: privat

von unserem Redakteur Christian Wendt

Bockwitz. Der Schreck stand Oliver Tausch auch am Freitag noch ins Gesicht geschrieben: Die Unwetterfront, die am Donnerstagnachmittag innerhalb weniger Minuten über Bockwitz hinweg zog, verrichtete ganze Arbeit.

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?Egal ob Tomaten-, Salat-, Gurken- oder auch Zucchini-Pflanzen – kaum ein Gemüse blieb auf dem Biohof verschont. „Wie groß der Schaden genau ist, kann ich derzeit noch nicht sagen“, erklärte der Bockwitzer am Freitagmorgen gegenüber der Torgauer Zeitung. Man müsse jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Freilandkulturen von dem Starkregenereignis, das mit peitschenden Hagelkörnern von bis zu 2 Zentimetern Durchmesser einherging, erholen.

Gegen 16 Uhr hatte sich der Himmel über dem kleinen Belgern-Schildauer Ortsteil ergossen. Ein ähnliches Unwetter gab es bereits im Jahre 2018, als sich über Bockwitz und Lausa die Himmelspforten öffneten. Während Lausa diesmal aber mit einem blauen Auge davonkam – auch hier hagelte es mächtig – flutete das Wasser Bockwitz einerseits vom Grenzberg aus Richtung Olganitz kommend, andererseits aus Richtung Friedhof. Der Bockwitzer Detlev Kuntzsch, ehemaliger Stadtrat in Belgern, sprach von regelrechten Sturzbächen, die sich über Straßen und Gärten ergossen.

Dabei hatte die Stadt Belgern-Schildau durch enorme Investitionen in die Erneuerung der Oberflächenentwässerung im Ort solche Schwierigkeiten eigentlich vermeiden wollen. Daher merkte unter anderem Stadtwehrleiter und Stadtrat Jochen Werner (Freunde der Feuerwehr) gestern an an, dass man über jene Problematik noch einmal zu reden habe. Wie Detlev Kuntzsch diesbezüglich erklärte, gebe es nicht wenige im Ort, die die in mehreren Abschnitten realisierte Baumaßnahme nun mit großem Argwohn betrachten, zumal sich auch Sicherheitsgitter vor Durchlässen sofort zugesetzt hätten und somit ein Abfließen des Wasser erschwerten. 

Das Unwetter am Donnerstag traf auch einen Maisbestand der Kaisaer Agrargenossenschaft. Deren Geschäftsführer Christian Müller sprach von etwa 70 Hektar, die in Mitleidenschaft gezogen wurden. Müller gab sich indes zuversichtlich, dass sich die Maispflanzen wieder erholen. „Vor drei Jahren haben wir es auch gesehen. Damals waren unsere gesamten Bestände betroffen. Der Nutzen des Niederschlags hatte jedoch die durch den Hagel entstandenen Schäden bei weitem wettgemacht.“ Nach Angabe Müllers hatte es der Mais diesmal mit 40 Litern Regenwasser je Quadratmeter zu tun bekommen. Davon sei schätzungsweise ein Viertel im Boden versickert.

Während Christian Müller von „nur“ 40 Litern sprach, zeigte ein Regenmesser im Bockwitzer Biohof sogar 45 Liter an. Auch hier gibt es Ähnlichkeiten zum Jahre 2018: Auch damals waren die Regenmengen selbst im kleinen Bockwitz unterschiedlich verteilt.

Belgern-Schildaus Vize-Bürgermeister Ingolf Gläser (CDU) hatte sich noch am Donnerstagnachmittag nach einem Treffen der Arbeitsgruppe „Ärzte“ in Belgern auf den Weg nach Bockwitz gemacht, um sich von den Auswirkungen des Unwetters ein Bild zu machen. Das Wasser hatte an tiefer gelegenen Stellen auch Wohnbebauung in Mitleidenschaft gezogen.


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