Mittwoch, 28. Juli 2021
Sonntag, 13. Juni 2021

Weidenhainer Kinder gehen nun in die "Naturpark-Schule"

Ein besonderer Augenblick für die Schüler und das Pädagogenteam der Grundschule Weidenhain. Axel Mitzka (li.), Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, überreicht die Urkunde zum Titel "Naturpark-Schule" im Beisein von Gästen. Foto: Bärbel Schumann

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Weidenhain. Schulwissen muss in Kinderköpfe hinein. Dass dies auch in Wald und Flur geht, beweist die Grundschule Weidenhain seit JAhr und Tag. Nun bekkam sie es auch amtlich bestätigt.

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?Am Freitagvormittag leuchteten 160 Kinderaugen voller Stolz an der Grundschule in Weidenhain. Ihre Grundschule darf fortan den Namen „Naturpark-Schule“ tragen. Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, und Dr. Nicolas Dreher, Bereichsleiter der Arbeitsgruppe Bildung für nachhaltige Entwicklung im Naturpark Dübener Heide, überreichten im Beisein von Bürgermeisterin Karsta Niejaki und Nicole Sieck vom Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz die Urkunde und das Schild mit dem Schriftzug „Naturpark-Schule“, das künftig am Schuleingang angebracht sein wird.

Alltag in Weidenhain

„Eigentlich sind wir schon lange eine Naturpark-Schule, denn in der Dübener Heide gelegen, ist es bei uns selbstverständlich, dass wir,, so oft es geht, in die Natur gehen und Unterricht, wann immer es möglich ist, damit verbinden. Wald, Wiesen, Felder, Teiche befinden sich in unserer Nachbarschaft. Das, was wir nun sozusagen amtlich bescheinigt bekommen haben, gehört zum Alltag an unserer Grundschule“, sagt Schulleiterin Olivia Köppchen.  „Gemeinsam verfolgen alle Pädagogen das gleiche Ziel: Die Schüler sollen naturnah unterrichtet werden."

Der Weg zum Zertifikat

Bereits 2019 kam der Gedanke auf, dass sich die Weidenhainer Grundschule um das Zertifikat „Naturpark-Schule“ bewirbt. In der Schulkonferenz wurde schließlich das Vorhaben besprochen und von allen für gut befunden. Ein Konzept wurde geschrieben, man trat mit anderen Bildungseinrichtungen in Kontakt und auch das Team des Naturparks half, Ideen für einen naturnahen Unterricht und Angebote nach der Schule zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Grundschule eine Kooperation mit dem örtlichen Angelverein eingegangen ist. Im Rahmen der Projektwoche wurde diese bekräftigt.  

Bis zum Sommer 2020 war dann das Ziel abgesteckt, den Titel „Naturpark-Schule“ zu erhalten. Aber zuvor kam die Corona-Pandemie – gemeinsame Aktionen der Schüler wurden nicht möglich. Auch in diesem Jahr schien es so, als ob das Ziel noch nicht durch Corona erreichbar wäre. Doch dann: Schulleiterin Olivia Köppchen und ihr Team listeten auf, was bereits auf der Habenseite der Grundschule stand und plante die Projektwoche für alle Schüler so, dass die Themen nicht nur zum Unterricht passten, sondern auch zum angestrebten Titel.

Bieber, Blühwiese und Bäume

Die erste Klasse befasste sich mit dem Biber, lernte mit einem Theaterpädagogen, wie sich ein solches Tier bewegt. Die Blühwiese war das Thema für die Zweitklässler. Sie setzten in einer Schale nicht nur Blüten von Wiesenblumen in Szene, sondern legten im Schulgarten mit Unterstützung der Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes Torgau-Oschatz eine Blühweise an und bauten ein Insektenhotel. Und zum Wandertag ging es hinaus in die Umgebung auf eine Wiese, um zu entdecken, was es dort alles für Tiere und Pflanzen gibt. Spannende Minuten erlebten die Kinder, als sie mit Hilfe einer Becherlupe selbst kleinste Käfer einmal groß in Augenschein nehmen konnten. Rund um das Moor drehte sich alles bei den Mädchen und Jungen der 3. Klasse. Sie zog es hinaus in das Gebiet des Presseler Heide- und Moorgebietes. Der Zadlitz-Bruch war ihr Ziel. Herrn Krönert hatten sie dabei an ihrer Seite. Vollgepackt mit neuem Wissen werden die Kinder sicher künftig noch mehr auf viele Dinge in der Natur achten und noch sorgsamer mit ihr umgehen. Bäume standen bei den Viertklässlern im Focus. Sie waren im Wald, nahmen Bodenproben von unterschiedlichen Baumstandorten und untersuchten diese. Zudem setzten sie sich mit einem Theaterpädagogen zum Thema  auseinander, schlüpften selbst in die Rolle verschiedener Bäume. 

Die nächsten Ideen sind am Start

Es gibt noch viele Dinge, die auf der Liste der Vorhaben als „Naturpark-Schule“ stehen. Die Pädagogen wollen Weiterbildungsangebote des Naturparks besuchen. Das Grüne Klassenzimmer im Schulgarten soll künftig aufgewertet werden und im nächsten Schuljahr verstärkt eine Rolle im Unterricht spielen. Und sicher sind das nicht die einzigen Ideen, wie die Weidenhainer ihrem neuen Titel künftig gerecht werden wollen. Fakt ist, in den nächsten fünf Jahren müssen sie zeigen, dass sie den Titel mit Recht tragen. Dann steht die Verteidigung bevor.

„Mit der Grundschule Weidenhain haben wir nun fünf Schulen im Gebiet unseres Naturparks Dübener Heide, die diesen Titel tragen. Vor fast fünf Jahren wurde der erste Titel an die Döberschützer Grundschule  verliehen. Sie steht bald vor der Titelverteidigung“, erklärt Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide. 

Und wie wird man eigentlich Naturpark-Schule? Ganz einfach, im Einklang mit der Natur leben, sie schützen, achten. Etwas für ihren Erhalt tun und sich engagieren mit Aktionen. Zuvor Wissen aneignen. Die Weidenhainer Grundschule hat gezeigt, dass sie das kontinuierlich erfüllt. Das Sahnehäubchen dazu haben sich Schüler und Pädagogen mit der Projektwoche in den vergangenen Tagen aufgesetzt.

 


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