Mittwoch, 28. Juli 2021
Montag, 21. Juni 2021

"Um Vorurteile abzubauen, muss man das Unbekannte ergründen"

Die Orangenschlacht in Ivrea, Italien.Foto: Geralf Pochop

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Unvergesslich sind auch die Erfahrungen, die Geralf Pochop auf seinen vielen Trips durch die verschiedensten Länder der Welt gesammelt hat. Nun hat er eine Website erstellt, damit junge Menschen von seinen Reiseerlebnissen und Erfahrungsberichten profitieren können.

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„Hab die ganze Welt gesehn, von Singapur bis Aberdeen“, sang schon Achim Reichel und berichtet im Songtext über die unvergesslichen Erlebnisse, welche diese Reisen mit sich gebracht haben. Unvergesslich sind auch die Erfahrungen, die Geralf Pochop auf seinen vielen Trips durch die verschiedensten Länder der Welt gesammelt hat. Angefangen von Tramptouren durch Ungarn über Trips durch Westeuropa bis hin zu einer zweijährigen Reise durch Asien war alles mit dabei. Besonders der asiatische Kontinent hat es dem Weltenbummler und Buchautor aus Torgau hierbei angetan und so zog ihn das Fernweh unter anderem nach Vietnam, Russland, China, Tibet, Kambodscha, Myanmar, Laos, Thailand, Indonesien und weitere Länder, oft auch in Begleitung seiner Familie. 

Dass auch seine Kinder andere Kulturen mit ihren einzigartigen Sitten, Bräuchen und Traditionen kennenlernen, ist ihm sehr wichtig. Da lag es nur nah, dass er irgendwann beschloss, dass auch andere junge Menschen von seinen Reiseerlebnissen und Erfahrungsberichten profitieren sollten. Und so kam ihm die Idee, eine Website zu erstellen, die Schüler für ihren Schulunterricht nutzen können: „Feste und Rituale Europas.“ Wie bereits der Name sagt, bleibt er bei dieser Homepage etwas näher an der Heimat, gewährt tiefe Einblicke und erzählt spannende Anekdoten von Bräuchen europäischer Länder. 

Nachfrage bereits da

Erreichbar ist die Website unter https://feste-und-rituale-europas.jimdosite.com/. Die Nachfrage sei laut Pochop da, so hätten auch bereits Torgauer Schulen, wie zum Beispiel die Freie Schule Montessori, Interesse bekundet, seine Website in ihren Unterricht einzubauen. Auch überregional kam bereits eine Anfrage, so werde er im thüringischen Ilmenau an Projekttagen im Rahmen der interkulturellen Woche Vorträge für Grund- und Oberstufen halten. Doch warum legt er eigentlich so großen Wert darauf, jungen Menschen die Sitten und Bräuche anderer Länder nahezubringen?

Reisefreiheit als Menschenrecht

„Die Reisefreiheit, welche uns in der DDR-Diktatur verwehrt wurde, halte ich für ein extrem wichtiges Gut. Für ein Menschenrecht! Uns unbekannte Dinge bereiten oftmals Angst und sind mitverantwortlich für Vorurteile. Um diese abbauen zu können, ist der beste Weg, das Unbekannte zu ergründen und auf das Fremde zuzugehen. Offenheit ist der beste Weg, Brücken zu anderen Kulturkreisen zu schlagen. Meine Vorträge und Workshops an Schulen und in Jugendklubs sollen auf kurzweilige Art dazu beitragen, Begegnung zu ermöglichen, denn Feste und Rituale sind etwas Verbindendes. Ich finde, dass man verschiedene Völker am  besten durch ihre Feste und Rituale kennenlernen kann“, beschreibt der Individualreisende seine Motivation hinter der Homepage. 

Website Made in Torgau

Also erstellte der Torgauer in Eigenregie eine Website und füllte diese mit Texten und Bildern, welche ebenfalls aus eigener Feder beziehungsweise Kamera stammten. Unterstützung beim Projekt erhielt er vom „Kleinprojektefonds der Partnerschaft für Demokratie Nordsachsen“. Es handelt sich hierbei bereits um seine zweite Website: die erste mit Namen „Feste und Rituale fremder Kulturkreise“ sei durch den ersten Corona-Lockdown entstanden, berichtet er. „Durch den Lockdown fielen mein normaler Erwerb als Zeitzeugenbildungsreferent an Schulen und meine Lesungen als Autor plötzlich weg. Um diese Phase zu überbrücken, erstellte ich in dieser Zeit die erste Internetseite, auf die es große Resonanz gab – sowohl in den sozialen Medien als auch durch Schulanfragen oder durch Personen, die mich einfach auf der Straße darauf ansprachen“, sagt er sichtlich erfreut über die positiven Reaktionen. 

„Da der Lockdown weiter andauerte, kam mir die Idee für die zweite Website, ,Feste und Rituale Europas’“, erklärt er die Entstehungsgeschichte weiter. „Der Gedanke dahinter war, mit dieser Website nicht ganz in die Ferne zu schweifen, sondern auch zu zeigen, was in Europa passiert“, erklärt Geralf Pochop. Herausgekommen ist eine bunte Homepage voller spannender Fakten, die uns, obwohl sich alles auf demselben Kontinent abspielt, zum Teil in fremde Welten entführt – doch gerade das macht schließlich die Faszination anderer Kulturen aus. 

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