Mittwoch, 28. Juli 2021
Freitag, 25. Juni 2021

Hochkarätige Jury prämierte Architekturbüro für Wülknitzer Projekt

Mit dem Gespür, was ins Umfeld passt und zudem den Ort aufwertet, hat das in Leipzig und Stuttgart ansässige Architekturbüro KO/OK die 2019 eröffnete Kegelbahn in Wülknitz realisiert.Foto: Simon Menges

Von unserem Redakteur Heiko Betat

Ritterschlag für Kegelbahn
 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Wülknitz. Deggendorf, zweimal Darmstadt, Stuttgart, ... Wülknitz! Eine mit namhaften Architekten aus der gesamten Republik besetzte Jury hatte am 15. Juni ihre Entscheidung publik gemacht: Während der diesjährige Deutsche Architekturpreis nach Hannover geht, reiht sich das 700-Seelen-Dorf in den Kreis jener vornehmlich süddeutschen Städte ein, in denen Architekten Objekte realisierten, die von der Jury mit einer  jeweils 2000 Euro dotierten Anerkennung bedacht wurden.


Diese Entscheidung ereilte das Architekturbüro KO/OK völlig überraschend, wie Marén Schober von der Architektenkammer Sachsen mitteilte. Umso größer war natürlich die Freude im Team von KO/OK, zumal dessen Kegelbahn in Wülknitz das einzige Objekt im Freistaat ist, das in diesem Jahr im Zuge der Bekanntgabe des Deutschen Architekturpreises eine Würdigung erfuhr. „Wir hatten uns beworben – und hatten Glück“, freut sich Fabian Onneken, der gemeinsam mit seinem einstigen Kommilitonen Jan Keinath 2016 das Architekturbüro gründete.
Und schon damals brachte ihnen die Kegelbahn Glück. „Unser Büro war gerade einmal vier Monate alt, als wir den Wettbewerb gewannen“, erinnert sich Fabian Onneken, der seine Ausbildung an der Bauhaus Universität Weimar und an der Oslo School of Architecture and Design erhielt.


Damals hatte die Gemeinde Wülknitz unter Federführung von Bürgermeister Hannes Clauß einen Wettbewerb ausgelobt. Mit diesem sollte die Umgestaltung des „Zwischenlandes“ von Bahnhof und altem Dorfkern zum Zentrum der Gemeinde vorangetrieben werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Kegelbahn des ESV Lok Wülknitz noch nahe der inzwischen schick sanierten Werkssiedlung des Imprägnierwerks, allerdings in äußerster Randlage und in überaus marodem Zustand.


Gegen insgesamt 13 Mitbewerber konnten sich KO/OK 2016 durchsetzen. Ihre Idee, eine neue, einfache Holzkonstruktion aus vorgefertigten Elementen zu schaffen, die wenig Fläche beansprucht, fand Zustimmung. Auch, weil die Anordnung der Kegelbahn hinter dem Gemeindeamt den Blick von der Bahnhofstraße aus auf den bereits vorhandenen Bolzplatz nicht verstellen würde. In dem Kegelbahngebäude wurde dann auch noch eine Sportbar untergebracht. Schließlich bewiesen KO/OK, dass sich auch mit einem geringen Budget Qualität erzielen lässt. Im ersten Quartal 2019 waren die Arbeiten samt Gestaltung der Außenanlagen abgeschlossen. Seitdem gibt es in der schnurgeraden Bahnhofstraße, in unmittelbarer Nähe zur Gemeindeverwaltung, neben der knallig-orangefarbenen Turnhalle das flache, graue Kegelbahngebäude, dem anzusehen ist, dass die Planer sehr viel Wert auf Materialien legen. Die langlebige graue Keimfarbe mit ihrem Stich ins Grünliche und der sandgestrahlte Segmentsockel künden davon. „Uns ist wichtig, wie etwas riecht, sich anfühlt“, sagt Fabian Onneken. Und man habe sich dem „einfachen Bauen“ verschrieben. Die Gebäude, die er und sein Büropartner entwerfen, zeichnen sich durch eine solide, unkomplizierte Konstruktion aus, die möglichst viele Jahre standhalten soll. „Sozusagen gebaut für die Ewigkeit“, bringt der Leipziger den eigenen Anspruch auf den Punkt.


Eine eigene Architektur-„Hand-schrift“, die im Stadtbild sofort erkennbar sei, habe KO/OK, das an den Wohnorten der Bürogründer in Leipzig und Stuttgart Niederlassungen mit insgesamt sieben Mitarbeitern unterhält, (noch) nicht. Aber in den wenigen Jahren seit der Bürogründung wurden schon einige signifikante Projekte realisiert. Dazu zählen ein Restaurant in Kirchheim unter Teck und ein Mehrfamilienhaus in Leipzig-Connewitz. Aktuell sind Onneken und sein Partner mit dem Projekt für einen neuen großen Kindergarten im oberfränkischen Bischofsgrün befasst. Und auch in Fragen der Innenarchitektur setzen KO/OK Akzente. Davon zeugt die Möblierung des Schreibwarengeschäfts „Eisenhauer – Bürokultur“ in der Leipziger Grünewaldstraße.

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de