Dienstag, 28. September 2021
Freitag, 25. Juni 2021

Alpakas und Rentiere sind eine kleine Attraktion 

Rentiere und Alpakas in der Region Neiden und Dommitzsch. Foto: Repro TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch/Neiden. Start für die TZ-Sommertour. Unsere Zeitung berichtet über Sylke Schroedter aus Commende und Stefan Schieritz aus Neiden, die exotische Tiere besitzen. 

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Die Alpaka-Liebe ist geblieben. Sie ist sogar noch tiefer und fester geworden. Seit elf Jahren züchtet Sylke            Schroedter nunmehr die exotischen Tiere, deren Ursprung in den südamerikanischen Anden liegt. Sie hat Höhepunkte, aber auch einige Tiefpunkte erlebt, wie sie wohl jeder Tierbesitzer kennt. Totgeburten, Verluste: „Wer damit nicht klarkommt, kann es nicht machen“, zuckt die Dommitzscherin, die ein Grundstück zusammen mit ihrem Mann im Ortsteil Commende besitzt, die Schultern.

Kleine Ranch 

Normalerweise ist das „Commanchenland“, wie sie ihre kleine Ranch nennt, auch für Führungen geöffnet. Aber wegen Corona waren solche Veranstaltungen im vergangenen Jahr kaum möglich. Lediglich eine Besichtigung gab es, wie Sylke Schroedter bedauert. Umso mehr freut sie sich dagegen über die züchterischen Erfolge der jüngsten Vergangenheit. Zahlreiche Show-Erfolge konnte die Dommitzscherin mit ihrer Arbeit im Nebengewerbe für sich verbuchen. Bei den letzten Präsentationen wurden fleißig Champion-Titel gesammelt, was dafür spricht, dass sich die Qualität verbessert hat. Wolle und Tierverkauf stehen im Mittelpunkt. 

„Ich habe in den letzten Jahren eine Größenordnung von 35 Tieren erreicht, die ich beibehalten möchte. Es schwankt manchmal leicht, mal sind es fünf Alpakas mehr, mal fünf weniger“, lächelt die Züchterin. Der Dommitzscher Ortsteil Commende ist eine Idylle im Grünen mit wenigen Häusern, ehemaligen Bauerngrundstücken: Hier hat sich das Ehepaar in den letzten Jahren ein wahres Paradies geschaffen. Blickfang sind aber die kuscheligen Paarhufer, die laut Lexikon zur Familie der Kamele gehören. Die ganze Familie teilt inzwischen die Zuneigung zu den friedfertigen Geschöpfen, deren langgestreckte, schlanke Beine charakteristisch sind, genau wie die langen dünnen Hälse und die relativ kleinen, dreieckigen Köpfe. Zugegeben: Es hat etwas, wenn ein Alpaka einen so treu anschaut, mit scheinbar fragendem Blick und dann irgendwie tollpatschig davon trabt. „Streicheln Sie mal das herrlich flauschige Fell“, meint Sylke Schroedter und fühlt sich in ihrer Leidenschaft bestätigt. 

Mehrfarbig 

Ihre ersten Tiere stammten von einem Züchter aus Baden-Württemberg. Man habe sich frühzeitig auf mehrfarbige sogenannte Alpakas-Multicolor konzentriert und damit das richtige Händchen bewiesen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Leopard Appaloosa: Dies sind Tiere mit einer Grundfarbe und kleineren und größeren Farbtupfern am ganzen Körper. 

„Wir legen Wert auf einen korrekten Körperbau, nur so können die Tiere ihr Alter von 20 bis 25 Jahren gesund erreichen. Das zweite große Augenmerk liegt auf der ständigen Verbesserung der Faser“, so die Alpaka-Besitzerin. Um dieses Ziel zu erreichen, habe man in der Vergangenheit darauf geachtet, hochwertige und genetisch sehr wertvolle Zuchthengste anzuschaffen.

Ans Herz gewachsen 

Seit neun Jahren ist Stefan Schieritz aus Neiden stolzer Rentier-Besitzer. Alma (11) und Alwina (8) gehören mittlerweile fest zur Familie. Der ehrenamtliche Elsniger Bürgermeister und selbstständige Malermeister will seine Tiere nicht mehr missen. Sie sind ihm, seiner Frau und den zwei Kindern ans Herz gewachsen. Und immer noch gilt das Gatter an der Bundesstraße 182 am Ortsausgang von Neiden als Attraktion. Vor allem auswärtige Kraftfahrer halten gerne mal an, um sich die exotischen Fellträger näher anzuschauen. Die zwei haben indes nur eine Aufgabe: das Gras auf der Freifläche kurz zu halten. 

Dabei musste auch Stefan Schieritz als Tierhalter schon herbe Tiefschläge wegstecken. Zu Alma gehörte ursprünglich das Männchen Hugo. Der Norwegen-Liebhaber und begeisterte Hochsee-Angler hatte sie im Februar 2012 von einem großen Züchter aus Prenzlau erworben. Dann begann Hugo zu kränkeln. Sein Zustand wurde immer schlimmer. „Wir haben ihn noch in die Tierklinik nach Leipzig bringen lassen. Aber es war nichts mehr zu machen“, erinnert sich Stefan Schieritz an den traurigen Tag. Der Vierbeiner verstarb. Tierärzte stellen später eine toxische Vergiftung fest, die vielleicht durch den Verzehr giftiger Blätter eingetreten ist. 

Glücklicherweise hatte Alma damals schon Nachwuchs Alwina zur Welt gebracht und so ersetzen die beiden Damen nunmehr den Rasenmäher auf dem Grundstück der Familie Schieritz. Gras reicht natürlich nicht. Der Neidener kauft noch spezielles Rentier-Kraftfutter zu, das eine Farm in Prenzlau bei Berlin anbietet. „Ich liebe diese Tiere“, beteuert der stolze Besitzer. Er habe sich damals bewusst gegen Schafe oder anderes entschieden.

Genügsam

„Mir gefällt, dass die Rentiere eine solche Ruhe ausstrahlen und genügsam sind“, so Stefan Schieritz. Alma und Alwina bleiben auch nachts auf ihrer Koppel. Den Unterstand nutzen sie selten. Sie halten sich lieber unter freiem Himmel auf. Jedes Jahr im Februar stoßen die beiden Rentier-Weibchen ihre Geweihe ab. Sofort wachsen neue nach. Die Familie sammelt diese Stücke als Andenken. Wer die Tiere besuchen möchte, sollte bedenken: Füttern ist streng verboten. Am besten sollte man sich vorher anmelden. „Ich gebe dann Mohrrüben und Äpfel sowie bestimmte Blätter, die ins Gatter gereicht werden können. Das fressen Alma und Alwina sehr gerne“, lächelt der Besitzer. Mehr Rentiere will der Neidener aber – entgegen den ursprünglichen Plänen – nicht mehr anschaffen.

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