Mittwoch, 28. Juli 2021
Samstag, 26. Juni 2021

"Die Politik muss dem Bürger vor Ort zuhören."

Denise Wendt, stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Wähler, wird zur Bundestagswahl 2021 als Kandidatin für den Landkreis Leipzig antreten. Foto: Andreas Albert

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Nordsachsen. Die Stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Wähler Sachsen, Denise Wendt und der Kreisvorsitzende für Nordsachsen, Chris Daiser, vertreten eine Politik für mehr Bürgernähe und gegen Politikverdrossenheit. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Wie sind die Freien Wähler Sachsen aktuell in Nordsachsen aufgestellt, welchen Bundestagswahl-Kandidaten stellen Sie für den Landkreis auf und wie möchte die Partei Politikverdrossenheit entgegenwirken? Über diese und andere Fragen spricht die TZ mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Denise Wendt (26) und Chris Daiser (28) von den Jungen Freien Wählern. 

Nach einer politischen Richtungsentscheidung musste die Kreisvereinigung Nordsachsen von Grund auf neu aufgebaut werden und es waren nur noch zwei Mitglieder verblieben. Wie sind die Freien Wähler in Nordsachsen momentan aufgestellt?

D.W.: Die Kreisvereinigung Nordsachsen hat einen Kreisvorstand nachgewählt und besteht aktuell aus 6 Mitgliedern. Kreisvorsitzender ist der 28- jährige Eilenburger Chris Daiser. Insgesamt wächst die Partei Freie Wähler in Sachsen rasant und uns erreichen viele neue Mitgliedsanfragen von Kommunalpolitikern und jungen Leuten aus ganz Sachsen. 

Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen auf die Bundestagswahl im September diesen Jahres? Werden Sie als Kandidatin für Nordsachsen antreten?

D. W.: Wir werden in fast allen Wahlkreisen in Sachsen mit guten Direktkandidaten an den Start gehen. Am 26. Juni findet nach dem Treffen Ende März ein weiterer Outdoor-Parteitag auf der Pferderennbahn in Leipzig statt, dort soll die Landesliste gewählt werden. Als kleine Partei ist es im Bundestagswahlkampf schwierig, bezüglich der  Sichtbarkeit mit den großen Parteien mithalten zu können. Die Freie-Wähler-Sonne wird jedoch trotzdem über Berlin aufgehen, im Bundestag fehlt nämlich aktuell noch eine Farbe: Orange. Ich wohne zur Zeit in Leipzig Land und wurde vor Kurzem auch zur Kreisvorsitzenden gewählt. Um alle Wahlkreise zu besetzen, haben wir uns geeinigt, dass ich im Landkreis Leipzig antreten werde.

Und wer wird dann für den Landkreis Nordsachsen antreten? Stellt die Partei einen Kandidaten auf? Diese Entscheidung stand eine Zeit lang noch aus.

D. W.: Ja, für den Landkreis Nordsachsen wird Chris Daiser von den Jungen Freien Wählern als Kandidat für die Bundestagswahl antreten.

 

Chris Daiser von den Jungen Freien Wählern wird bei der Bundestagswahl 2021 als Kandidat für Nordsachsen antreten.
Chris Daiser von den Jungen Freien Wählern wird bei der Bundestagswahl 2021 als Kandidat für Nordsachsen antreten. 

 

Frau Wendt, was sagen Sie zu der Wahl Chris Daisers als Kandidaten für die BTW 2021?

D. W.: Chris Daiser ist ein engagierter junger Mann, der die Werte der Freien Wähler vor Ort vertritt und lebt. Ich freue mich besonders, wenn junge Menschen sich für eine Direktkandidatur bereit erklären. Wir zeigen damit, das Freie Wähler stabil in allen Generationen vertreten sind. 

Herr Daiser, stellen Sie sich doch bitte einmal in aller Kürze den TZ-Lesern vor.

C. D.: Mein Name ist Chris Daiser und ich bin 28 Jahre jung. Geboren und aufgewachsen bin ich im Landkreis Nordsachsen in Eilenburg. Ich bin Mitglied im Stadtausschuss der Stadt Eilenburg und engagiere mich ehrenamtlich für verschiedene Projekte. 

Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Bundestagswahl 2021?

C. D.: Zu meinen Zielen zählen unter anderem die Stärkung des ländlichen Raumes, die Revolutionierung des Hartz IV oder auch die Stärkung von Sozialkassen. 

Die Freien Wähler möchten „Mit Bürgerbeteiligung neue Lösungen suchen“. Wie kann das konkret aussehen?

C. D.: Für mich bedeutet dies, dass vor allem mehr mit den Bürgern gesprochen wird. Ich finde, dass der derzeitige Abgeordnete aus Nordsachsen zu wenig mit den Menschen gesprochen hat. Es sollte meiner Meinung nach quartalsweise einen Abend geben, bei denen sich der gewählte DK den Fragen und Belangen der Bürger stellt. Zusätzlich ist es wichtig, dass mehr lokale Ideen umgesetzt werden und direkte Unterstützung erfahren. Die Bürger haben gute Ideen und diese muss man sich anhören und unterstützen.

Die Freien Wähler vertreten eine „Politik gegen Politikverdossenheit“. Seit der Corona-Krise ist diese jedoch bei vielen Wählern gestiegen, viele fühlen sich durch die Einschränkungen bevormundet und stellen Regierungsentscheidungen in Frage. Spüren Sie diese Verdrossenheit auch bei Bürgergesprächen und wie kann man Ihrer Meinung nach verlorenes Vertrauen wieder herstellen?

D. W.: Die Politikverdrossenheit ist definitiv spürbar. Politische Entscheidungen müssen transparenter werden, die Politik muss dem Bürger vor Ort zuhören und sich deren Sorgen und Problemen annehmen. Das wahre Leben findet in den Städten und Gemeinden vor Ort statt und nicht im Berliner Plenarsaal. Politische Entscheidungen müssen von unten nach oben getroffen werden und nicht umgekehrt. Wir Freien Wähler setzen uns daher für mehr Volksentscheide ein, um der allgemeinen Politikverdrossenheit entgegen zu wirken. Sicherlich kann man einige Maßnahmen in der Pandemie kritisch hinterfragen. Die Pandemie hat jedoch auch viele Baustellen, zum Beispiel gerade in Bereichen von Gesundheit und Pflege  aufgezeigt. Es gilt nach vorne zu blicken und Maßnahmen zu treffen.

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de