Mittwoch, 28. Juli 2021
Samstag, 26. Juni 2021

Wermsdorfer mussten für den Pokalerfolg eine harte Nuss knacken

Der Pokalsieg war hart umkämpft. Am Ende hatten die Wermsdorfer (weiß Trikots) die besser individuelle Klasse.

Freitagabend stand das Endspiel um den TZ-Bärenpokal an. Pokalverteidiger Wermsdorf brauchte eine Verlängerung, um die kampfstarken Beilroder zu bezwingen.

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Es war das erwartet schwere Spiel für beide Mannschaften. Den Wermsdorfern war klar, dass die Beilroder alles an Kampfgeist auf den Platz bringen werden, was sie aufzubieten haben. Für die Beilroder stand fest, dass Wermsdorf als klarer Favorit rein spielerisch nur schwer zu schlagen ist und dass sie kämpfen müssen, wie nie zuvor. Und natürlich wollten beide den Pott, Wermsdorf zum zweiten Mal in Folge, Beilrode zum ersten Mal überhaupt. 

Und dennoch begegneten sich die Spieler jederzeit mit großem Respekt voreinander. Die Freundschaft beider Teams war durchaus zu spüren, vor allem, in ihrer Art miteinander auf dem Platz umzugehen. Und doch war es mitnichten ein Freundschaftsspiel. Genau das hatten die beiden Abwehrchefs Denny Beckedahl und Steven Kralle ja auch im Vorfeld angekündigt. Beide Mannschaften kämpften, boten den 600 Zuschauern ein spannendes Spiel. Und am Ende lagen Freud und Leid wie immer ganz nah beieinander. Während die Wermsdorfer ihren zweiten Pokalsieg in Folge bejubelten, ließen sich die geschlagenen Beilroder erhobenen Hauptes von ihren Fans zu einem grandiosen Spiel beglückwünschen. 

Sie alle waren stolz auf ihre Jungs, nahmen sie in den Arm, gaben Mut für einen neuen Anlauf. Und auch die Konkurrenten beglückwünschten sich, klatschten ab, bedankten sich für eine tolle Partie. „Das ist kein schöner Sieg. Gegen jeden anderen wäre er toll, aber nicht gegen Beilrode“, erklärte ein Wermsdorfer Fan während der Pokal-Ehrung. Und auch Blau-Weiß-Abwehrchef Denny Beckedahl tat es leid für die Freunde aus Beilrode. „Dennoch sind wir natürlich überglücklich, dass wir gewonnen haben. Wir wussten, dass es uns die Beilroder richtig schwer machen würden mit ihrem enormen Kampfgeist“, lobt er den Zweiplatzierten. Trainer Dierk Kupfer war stolz auf die Leistung seiner Jungs. „Wir hatten auf jeden Fall mehr Spielanteile und trotzdem war es nicht leicht, gegen die Beilroder zu bestehen“, so sein Resümee. Dann ging‘s ans feiern – verdient. Natürlich beglückwünschten die Ostelbier ihre Gegner. „Wermsdorf hat sich den Sieg wirklich erarbeitet. Und natürlich bedauern wir, dass es für uns nicht gereicht hat. Wichtig ist aber, dass wir uns ganz stark präsentiert und uns als Mannschaft wieder Respekt erarbeitet haben. Es war geiles Feeling. Unsere Fans standen voll und ganz hinter uns. Wir haben alles gegeben. Sogar unser Co-Trainer Patrick hatte am Ende Krämpfe“, sagt Beilrodes Abwehrchef Steven Kralle mit einem Zwinkern.

Vom Spielverlauf her wäre der Pokalsieg für beide Mannschaften in Ordnung gegangen. Während Wermsdorf die technisch feiere Klinge schlug, hielt Beilrode jederzeit mit Kampfgeist dagegen. Und das Spiel begann schnell. Nach nur 45 Sekunden durften die Blau-Weißen die erste Ecke schlagen, doch Beilrodes Keeper Lux hielt sicher. Weitere Ecken folgten, jedoch schafften es die 09er immer wieder, diese abzuwehren. Beide Mannschaften kämpfen um jeden Ball. In der 13. Minute senkte sich ein Freistoß von Beckedahl gefährlich vor dem Beilroder Kasten. Galistel rettete mit Bravour. Nur eine Minute später ließ eine Bogenlampe von Schrinner den Atem der Wermsdorfer kurzzeitig stocken, doch der Ball ging übers Tor. Gefährlich waren die Hubertusburger, wie ihre Fans immer wieder laut sangen, vor allem durch die weit nach vorn geschlagenen Bälle von Abwehrchef Beckdahl. Der hatte schließlich nach einer von Kralle abgewehrten Ecke eine Riesenchance. Doch Lux konnte das Geschoss über das Tor lenken. In der 28. Minute kamen die Ostelbier zu ihrer ersten Ecke, vergaben jedoch diese gute Möglichkeit. Noch einmal brenzlig wurde es kurz vor dem Halbzeitpfiff, als Lux einen Schuss nur abprallen ließ, den Ball dann aber in letzter Sekunde vor den Füßen des Gegners festmachte. Mit einem zu diesem Zeitpunkt vollkommen gerechten 0:0 ging es schließlich in die Pause.

Ähnlich schnell wie die erste begann auch die zweite Halbzeit - mit einem Freistoß für Wermsdorf nach Foul. Beckedahl trat an, aber die Beilroder Abwehr stand sicher. Fünf Minuten später waren es dann wie 09er, die einen sehenswerten Akzent setzten. Aber Keeper Staude hielt den von Schrinner straff getretenen Freistoß. Und die Beilroder ließen jetzt nicht nach, blieben dran, erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. In der 53. pfiff Schiedsrichter Sascha Haupt einen starken Angriff von Frieslich über Voigt wegen Abseitsstellung ab. Nur zwei Minuten später prüfte Frieslich nach einem gelungenen Doppelpass zwischen Milich und Voigt den Wermsdorfer Torhüter Staude, der jedoch unüberwindbar schien. Das Spiel nahm an Fahrt auf und der Unparteiische zückte fortan eine gelbe Karte nach der anderen. Die Mannschaften ließen aber nicht locker. Nachdem sich Galistel gegen drei Wermsdorfer durchsetzte, wurde er in der 67. niedergestreckt. Den fälligen Freistoß trat Kralle, doch Keeper Staude wehrte ab. Und Frieslichs Nachschuss ging am Tor vorbei. 

In der 70. Minute war es dann Beilrodes Kralle, der den Wermsdorfer Körner zu Fall brachte. Aber auch die Blauweißen vermochten nicht, den Ball mit diesem Freistoß im Tor unterzubringen. Und so ging es weiter. Kleine Fouls und Freistoßakionen häuften sich zum Ende des Spiels hin. In der 81. Minute wurde es für den FSV aus Ostelbien noch einmal richtig gefährlich, als Lux aus dem Tor lief, vom Wermsdorfer überspielt wurde, aber das Leder dann doch noch vor der Linie zu greifen bekam. Und dann war sie plötzlich um, die reguläre Spielzeit von 90 Minuten. Und es stand 0:0. Nun sollte die Verlängerung die Entscheidung bringen. In der 98. Minute war es dann soweit: Wermsdorfs Weidner brachte sein Team mit einem sehenswerten Treffer in Front. Der Jubel war groß. Beilrode steckte jedoch nicht auf, kämpfte weiter. Doch die Kräfte schwanden auf beiden Seiten zusehends. Die Blau-Weißen nutzten die frei werdenden Räume, die sich boten, weil die Beilroder nun alles nach vorn warfen. 

In der dritten Minute der zweiten Halbzeit der Verlängerung hätten sich die Mannen von Trainer Andreas Wenzel fast belohnt: Nur Sekunden vorher war Gino Wilsch als Joker auf den Platz gekommen und hatte den Ausgleich sozusagen auf dem Kopf. Doch der Torschrei blieb aus. Stattdessen kassierte Johannes Milich, der bereits gelb gesehen hatte, für ein Allerweltsfoul die Ampelkarte und musste frühzeitig den Platz verlassen. Und schließlich traf Wermsdorf noch zum 2:0. Nun schien er aus der Traum für die Ostelbier. Doch sie liefen weiter gegen die Niederlage an, bis zur letzten Sekunde. Und sie belohnten sich mit einem schönen Treffer zum 1:2 durch David Oberhoff (118.). Zwei Minuten waren noch zu spielen. Zwei Minuten, in denen Beilrode noch einmal Morgenluft schnupperte und alles gab, sich sogar noch eine Chance erarbeitete. Doch dann war es aus. Wermsdorf siegte in einem jederzeit fairen, aber dennoch überaus spannenden Pokalfinale mit einem knappen 2:1 in der Verlängerung.

Wermsdorf: Robyn Staude, Siebert (54. Robby Staude), D. Weidner, Johannes Keller (54. Körner), Dechert P. Weidner, Böttger, Justus Keller, Münch, P. Kupfer (85. Thomas), Beckedahl; Beilrode: Lux, Kralle, Pohle, Kleinlein, Kunze (46. Voigt/107. Wilsch), Oberhoff, Milich (GRK), Galistel, Schrinner, Möbius (46. Diener), Frieslich (83. Litka); TF: 1:0/2:0 P. Weidner (98./117.), 2:1 Oberhoff  (119.); SR: Sascha Haupt (Pressel); SRA: Denny Werner, André Malter; ZS: 600

Eileen Jack

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