Sonntag, 27. November 2022
Dienstag, 29. Juni 2021

Landwirt, Bäcker und Dresdener Mühle üben Schulterschluss 

Von links: Annett und Heiko Schröder (Landbäckerei), Konstanze Fritzsch (Dresdener Mühle), Oliver Görlich (Landwirt), Oliver Lübke (Dresdener Mühle) und Udo Görlich (Landwirt). Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Großtreben/Dautzschen. Mit dem Qualitätsprogramm "Ährenwort" wollen Landwirt Görlich und die Dresdener Mühle sicherstellen, dass in der Landbäckerei Schröder tatsächlich Korn bzw. Mehl aus der Heimat verarbeitet wird. 

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Unsere Großeltern hätten sich über einen solchen Termin bestimmt gewundert. Früher war es völlig normal, dass der einheimische Bauer das Getreide anbaute, die örtliche Mühle das Korn zu Mehl verarbeitete und der Bäcker im Dorf daraus die leckersten Brötchen und Brote zauberte. 

Richtiger Ansatz 

Heute geht fast alles in den Großhandel. Der Kunde an der Ladentheke hat oft keine Ahnung, wo sein Produkt herstammt, wo die Bestandteile „gereift“ und „gewachsen“ sind. Landwirt Udo Görlich aus Dautzschen sowie Heiko und Annett Schröder von der Landbäckerei aus Großtreben wollen das ändern. Und haben mit dem Qualitätsprogramm „Ährenwort“ der Dresdner Mühle und der Saalemühle den richtigen Ansatz gefunden, ihren Kunden wieder mehr Transparenz und Nähe zu bieten.  Wer bei der Landbäckerei in Großtreben einkauft, soll sich sicher sein, dass das verarbeitete Korn zum großen Teil tatsächlich aus der Region stammt. „Das lässt sich bei uns im Produktionsprozess genau steuern und nachverfolgen“, versichert Konstanze Fritzsch, Prokuristin in der Dresdener Mühle und zuständig für Vertragsanbau und Getreideeinkauf. 

Lückenlos 

Insgesamt seien über 150 Landwirtschaftsbetriebe beteiligt. Von der Ein-Mann-Firma bis zur großen Agrargenossenschaft. Fast alle sind in Sachsen beheimatet und die meisten haben ihre Flächen in einem Radius von rund 70 bis 80 Kilometern rund um die Dresdener Mühle. Rund 200 000 Tonnen Mahlgut verarbeiten die rund 50 Mitarbeiter pro Jahr im Betrieb am Alberthafen in Dresden. 

Das Qualitätsprogramm „Ährenwort“ existiert seit 1993 und garantiert die lückenlose Rückverfolgung der Produkte von der Ladentheke bis zum Feld. „Der Verbraucher kann sich vollkommen sicher sein, natürliche Backwaren aus kontrolliertem Getreideanbau zu beziehen“, fügt Oliver Lübke, Fachberater in der Dresdner Mühle, hinzu. 

Kostprobe 

Um die enge Zusammenarbeit zu untermauern, wurde beim Vor-Ort-Termin mit der Torgauer Zeitung mit einem Gläschen Sekt angestoßen. Annett und Heiko Schröder hatten ein paar wunderbare Kostproben aus ihrer Backstube mit dabei. Es war quasi Start und Rückkehr für etwas, was sich schon in früheren Zeiten bewährt hat. „Jahrzehntelang haben wir natürlich auch das Getreide der Firma Görlich & Erdmann in unserer Mühle in Großtreben verarbeitet. 60 bis 80 Tonnen in der Saison“, blickt Heiko Schröder zurück. 2013 allerdings sei die Produktion in der Mühle eingestellt worden. 

Udo Görlich und Sohn Oliver bauen aktuell etwa 300 Hektar Weizen und 200 Hektar Roggen an. Ein großer Teil des Getreides wird an regionale Händler abgegeben. Das bleibt trotz der Zusammenarbeit mit der Dresdner Mühle so. Man werde auch künftig nicht die komplette Ernte in die Landeshauptstadt liefern. 

Schulterschluss 

Für den neuen Schulterschluss der Görlich-Erdmann GbR, der Landbäckerei Schröder und der Dresdner Mühle werben indes seit kurzem zwei große Werbebanner an der S 25 kurz vor dem Wald bei Dautzschen und vor der Bäckerei in Großtreben. „Regional ist genial!“- lautet ein Slogan, der keine Worthülse sein soll. Denn „Ährenwort“ verlangt eine durchgehende Überwachung und Dokumentation aller Prozesse – von der Verarbeitung in der Mühle bis zu den Ährenwort-Bäckern. Regelmäßige interne und externe Laborkontrollen sind vorgeschrieben. Letztlich sei das „Ährenwort“-Programm nur von Erfolg gekrönt, wenn alle Beteiligten motiviert und engagiert mitziehen, vom regionalen Landwirt, über die Müller in der Dresdner Mühle bis hin zu den Bäckern vor Ort.

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