Dienstag, 28. September 2021
Montag, 5. Juli 2021

Die Teiche prägen das Bild des Dorfes

Blick auf den größeren der beiden Klitzschener Teiche, den Haferteich. Fotos: Thomas Manthey

Von unserem Redakteur Thomas Manthey

Auf ihrer Sommertour 2021 macht die Torgauer Zeitung Station an den Klitzschener Teichen, einem Gewässer von historischer Bedeutung und wirtschaftlichem Wert.

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Klitzschen/Torgau. Im Rahmen der TZ-Sommertour 2021 möchten wir mit Ihnen, mit Euch gern einen Abstecher ins kühle Nass machen. Wir widmen uns der in der Region rund um Torgau seit Jahrhunderten praktizierten Fischzucht.

Seit gut 500 Jahren wird in Torgau und in der näheren Umgebung Fischzucht betrieben. Zahlreiche Teiche wurden ab dem Ende des 14. Jahrhunderts angelegt. Die Zucht von Fischen, allen voran des Karpfens, für die Damen und Herren am Hofe von Schloss Hartenfels wurde von Jahr zu Jahr intensiviert und professionalisiert. So ist der Große Teich, mit einer Wasseroberfläche von circa 175 Hektar, das beste und anschaulichste Beispiel für die intensiv genutzte Binnenfischerei. Der Große Teich hat eine Wassertiefe von 1,5 bis maximal 2 Meter. Der künstlich angelegte Teich dient der  Fischzucht, dem Naturschutz, der Naherholung und dem Hochwaserschutz. Er wurde durch ein kursächsisches Dekret 1483/84 (oder auch schon 1457) als Fischteich angelegt. Auch das Jahr 1457 wird genannt, was das künstliche Anlegen des Gewässers betrifft. 

Der Große Teich war zudem als Wasserreservoir für die Bewässerung der Festungsgräben für die Torgauer Festungsanlage von großer Bedeutung großer Bedeutung. Jedes Jahr im November wird die Tradition des Abfischens am Großen Teich gepflegt. Um den See herum liegt ein Naturschutzgebiet. Am Ufer richtete der Naturschutzbund Deutschland (NAB) 1995 das Naturschutzzentrum Biberhof Torgau ein. 

Der Große Teich wird zusammen mit den zahlreichen Teichen um Torgau und Schildau herum von der Teichwirtschaft Wermsdorf GmbH betrieben, die mehrere Betriebsteile, so etwa in Torgau und Wermsdorf betreibt. Die Teichwirtschaft Wermsdorf ist die mit insgesamt 750 Hektar Wasseroberfläche eine der größten ihrer Art in Deutschland, wenn nicht sogar die größte. Die Teiche dienen A zur Fischaufzucht und B zur Fischhaltung. Im Jahr werden zwischen 300 und 350 Tonnen Fisch in den Betriebsteilen Torgau und Wermsdorf an Land gebracht, sprich geerntet. Neunzig, mitunter sogar 95 Prozent des Fischbestands sind Karpfen (Schuppen- und Spiegelkarpfen) plus Schleien und Raubfische (Hechte, Barsche, Welse). Abnehmer sind die Gastronomie und Hotellerie sowie Laufkundschaft. Wobei die sogenannte Laufkundschaft, die Frischfisch oder verarbeiteten Fisch (Filets, Räucherware, verarbeitete bzw. veredelte Fischprodukte)  in den Verkaufseinrichtungen der Teichwirtschaft Wermsdorf einkauft, in den zurückliegenden Jahren sprunghaft zugenommen hat.

Zu den Teichen gehören beispielsweise auch die Klitzschener Teiche. Diese, die historisch betrachtet einst der Domäne Kreischau unterstanden, werden vom Betriebsteil Torgau mit unterhalten und bewirtschaftet. Die Klitzschener Teiche wurden vermutlich vor 1780 angelegt, so etwa nach dem 30-Jährigen-Krieg, als es wieder wirtschaftlich bergauf ging. Die Teiche gehörten zum Rittergut zur Eigenversorgung und Fischverkauf. Aber die Klitzschener holten sich gern „ihren„ Fisch bei Nacht und Nebel auch fix mal selbst. 

Die Teiche sind aufgrund ihrer vielfältigen Ausstattung an Natur als eine der schönsten Teichlandschaft in der näheren Umgebung Torgaus bekannt. Die Flora und Fauna im und um die Gewässer sind von großer Bedeutung. Als besondere Gäste sind mit etwas Glück See- und Fischadler beim Fischfang zu sehen. Verschiedene Arten von Gänsen zählen an den Teichen seit etlichen Jahren zur Vogelwelt, die hier mit insgesamt 40 bis 45 Arten an den Klitzschener Teichen vertreten ist. Zweifelsohne, die Klitzschener Teiche zählen zu den artenreichsten und landschaftlich schönsten Feuchtgebieten. Neben dem Karpfen als Hauptbesatz beherbergen die Teiche diverse Wildfisch-Arten, wie etwa Giebel (Silberkarausche) und Plötzen (Rotauge). 

Für die Klitzschener sind die Fische eher Nebensache. Hingegen erfreut die Wanderer und Spaziergänger auf dem Rundweg um die Teiche alles was kreucht und fleucht. Der Rundweg durch die Natur entspannt und erholt Körper und Geist.

Aus den ehemals sieben Klitzschener Teichen wurden in der 1970er Jahren zwei Teiche, die jährlich abgefischt werden. Durch die Neugestaltung sind zwei schöne Inseln entstanden.

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