Sonntag, 14. August 2022
Mittwoch, 12. August 2009

WIRTSCHAFT

Bei HIT Holz dominiert der Optimismus

Olaf Meyer bedient den ersten, neu in Betrieb genommenen, CNC-gesteuerten Schärfautomaten mit Roboterbestückung und drei Schärfmaschinen. Foto: TZ/Gutzeit

von unserem Redakteur Uwe Gutzeit

Torgau (TZ). „Bis zum heutigen Tage musste noch nicht ein einziger Arbeitsplatz in Folge des Brandes abgebaut werden.“ Das sagt klar und deutlich der Geschäftsführer der HIT Holzindustrie Torgau OHG, Karlheinz Lippmann.

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Torgau (TZ). „Bis zum heutigen Tage musste noch nicht ein einziger Arbeitsplatz in Folge des Brandes abgebaut werden.“ Das sagt klar und deutlich der Geschäftsführer der HIT Holzindustrie Torgau OHG, Karlheinz Lippmann. Und diese Botschaft hat Gewicht, nämlich das Gewicht von stattlichen rund 350 Arbeitsplätzen am Standort Torgau.
Am 4. Juni waren eine hochmodern eingerichtete Schleiferei und eine Bandsägeabteilung abgebrannt. Der Brand hat zu Umsatz- und Ertragseinbußen geführt, doch laut Geschäftsführer Lippman ist das zu heilen – über gute Versicherungen. „Wir sind durch die Versicherungsberater der Sparkasse sowie externe von Anbeginn sehr gut beraten und betreut worden. Wir haben eine ausreichende Gebäudeversicherung, eine ausgezeichnete Maschinenversicherung zum Neuwert, eine Betriebsunterbrechungsversicherung und eine Versicherung der Warenbestände. Natürlich zahlen wir auch sehr hohe Versicherungsprämien, doch das muss man eingehen, um die Risiken der Branche abzusichern“, so Lippmann.

Nun, da der Schadensfall eingetreten ist, konnte man über sehr schnelle erste Zahlungen verfügen, um Ersatzwerkzeuge zu kaufen. Die Gutachter der Versicherungen sind immer noch beim Bewerten der Schäden, zum Beispiel, ob das abgebrannte Gebäude sanierungsfähig beziehungsweise ein Neubau erforderlich ist. Wegen der Betriebsausfallversicherung haben sie ein ureigenes Interesse, den Prozess schnell abzuschließen. Denn die Produktion läuft uneingeschränkt in vier Schichten weiter. Das Fehlen der Schleiferei wird dadurch ausgeglichen, dass die Sägeblätter auf Verschleiß gefahren und danach (Versicherungsfall) ersetzt werden. Doch ein neuer Schärfautomat steht schon, zum Teil noch verpackt, in einer dafür vorbereiteten Halle.

Die Wirtschaftskrise sorgte für die kurze Lieferfrist eines großen Herstellers. In Konjunkturzeiten warte man schon mal bis zu einem Jahr auf so einen Maschinenkomplex, weiß Geschäftsführer Lippmann. Alle anderen zer-störten Maschinen sind ebenfalls schon nachbestellt. „So gesehen können wir aus dem Schadensfall sogar noch gestärkt hervorgehen, denn wir bekommen ja nagelneue Maschinen“, zeigt er sich optimistisch. „Die Zahl der Arbeitsplätze wird noch wachsen, wenn die Banken uns nicht hängen lassen. Wir haben hier am Standort noch viel vor, wollen ein ganzes Holz-Cluster mit verschiedenen Betrieben aufbauen. Die EPC-Ansiedlung geht ja schon auf unser Bemühen zurück, und wir sind mit unseren Überlegungen noch lange nicht am Ende“, verspricht Karlheinz Lippmann.

Der Optimismus des Geschäftsführers des modernsten Palettenfertigers der Neubundesländer hat mehrere Hintergründe. In der derzeitigen Krise ging die Palettenproduktion in Deutschland um 40 Prozent zurück, bei HIT stieg und steigt sie. „Wir haben das beste Konzept, das einer integrierten Produktion: Vorn das Rundholz rein, hinten die EU-Palette raus. Au-ßerdem: Wir fertigen nach IPPC-Standard, unsere Paletten sind hitzebehandelt, somit käferfrei und für den internationalen Warenverkehr zugelassen. Die Hitzebehandlung können kleinere Betriebe gar nicht realisieren. Wir haben ein eigenes Blockheizkraftwerk, integrierte Abläufe, kaum Wege.“
Dennoch, die eigentlich vorgesehene steile Produktionskurve wurde wegen der Krise nicht erreicht. Deshalb ist HIT Holz jetzt auf Unterstützung angewiesen. „Der Landrat, Herr Czupalla, steht uns da sehr zur Seite. Er und Minister Kupfer bemühen sich um eine Landesbürgschaft für diesen Betrieb, das heißt, der Freistaat würde für zusätzliche Kredite bürgen, wenn diese denn notwendig würden, um das Unternehmen nachhaltig zu sichern. Das ist unternehmensnahe Politik für die Region“, lobt der Unternehmer Karlheinz Lippmann diese politischen  Aktivitäten.

Wissenswert:
• HIT Holzindustrie Torgau OHG
Gleichberechtigte Geschäftsführer und persönlich haftende Inhaber zu jeweils 50 Prozent:
Günther Hilmer und Karlheinz Lippmann.
Beschäftigte: 288, alle am Standort Torgau.

• WHF Wald Holz Forst OHG (eigener Rundholzbeschaffer)
Gleichberechtigte Geschäftsführer und persönlich haftende Inhaber zu jeweils 50 Prozent:
Günther Hilmer und Karlheinz Lippmann.
Beschäftigte: 128, davon über 60 (hauptsächlich Fuhrpark) am Standort Torgau, weitere in Thüringen.

• Beide Betriebe zusammen: Hilmer Lippmann Gruppe
Beschäftigte: 416, darunter
rund 350 am Standort Torgau.
Produkte: Paletten aller Art mit Schwerpunkt EU-Paletten nach IPPC-Standard (für weltweiten Export zugelassen); Schnittholz; Fräsprodukte (Latten, Riegel, Pfähle); Nebenprodukte (Hackschnitzel, Sägespäne).
Abnehmer: größtenteils die deutsche Industrie, aber auch Kleinabnehmer, ab Werk.


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