Freitag, 22. Oktober 2021
Freitag, 4. März 2011

LOKALGESCHEHEN

Chefsache! - Der Wochenrückblick

von unserem Chefredakteur Thomas Stöber

Ich habe diesmal wirklich lange überlegt, was denn nun tatsächlich der Aufreger der vergangenen sieben Tage in der TZ gewesen ist. Letztlich habe ich mich für Guttenberg entschieden, allerdings nicht wegen seines Rücktritts als solchem. Hier hätte ich mir lediglich zwei Wochen vorher die nötige Konsequenz gewünscht.

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Ich habe diesmal wirklich lange überlegt, was denn nun tatsächlich der Aufreger der vergangenen sieben Tage in der TZ gewesen ist. Letztlich habe ich mich für Guttenberg entschieden, allerdings nicht wegen seines Rücktritts als solchem. Hier hätte ich mir lediglich zwei Wochen vorher die nötige Konsequenz gewünscht. Vielmehr bewegt mich die hierzu offensichtlich gespaltenes Volksmeinung. Und dabei vor allem diejenigen Meinungen, die den mehrfach nachgewiesenen Betrug des Ex-Ministers als „nicht so schlimm“ einstufen, zu Guttenberg gern weiter als Minister im Amt gesehen hätten. Ehrlich, vor der Affäre habe auch ich den Mann als künftigen Kanzler eingestuft. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, die Sache wäre erst dann ans Tageslicht gekommen und die internationale Presse hätte berichten müssen, dass der deutsche Bundeskanzler des schäbigen Betruges überführt wurde, dann tritt mir Schamröte ins Gesicht.

Na klar, in Italien kommt der politische Führer des Landes seit Jahren regelmäßig mit dem Gesetz in Konflikt und erfreut sich trotzdem des Zuspruches einer Mehrheit im Volk. Sie wollen auch so sein wie er, sich ebenso vulgär, gesetzeswidrig, eben cool, wie einige es einstufen, bewegen, austoben. Wollen wir das tatsächlich auch schon hier bei uns? Noch hoffe ich darauf, dass in unserem Land, in unserer Demokratie Wertvorstellungen anders aussehen, andere Leitlinien für ein Leben bestehen, Ehre und Integrität noch etwas gelten. Wenn wir aber mal so weit sein sollten, dass eindeutig nachgewiesene Betrügereien oder gar Gesetzesverstöße gar nicht mehr oder mit unterschiedlichem Maß gemessen und beurteilt werden, dann sieht’s zappenduster aus. Zum Glück hat zu Guttenberg seine Konsequenzen gezogen. Das macht mir Mut, dass wir demnächst keinen Berlusconi als Bundeskanzler bekommen.

Wie ein Fluch lastet die alljährliche Kaufkraftanalyse nicht nur auf den neuen Bundesländern, sondern auch auf dem Landkreis Nordsachsen. Zum klaren Gefälle zwischen West und Ost gesellt sich, so letzten Sonnabend zu lesen, das Süd-Nord-Gefälle in unserer Region. Muss man das nun als Bürger von Nordsachsen als von „Gott gegeben“ hinnehmen und die Region verlassen, oder kann man darauf hoffen, dass es wie andernorts praktiziert einen Ausgleich vom Land gibt? Vor dem Mauerfall nannte man das wohl „Zonenrandförderung“. Das Erste, das man erwarten könnte, sollte die Differenziertheit von Zuwendungen, Fördermitteln nach Bedürftigkeit, weg vom Gießkannenprinzip sein. Oder aber man ist an den Schalthebeln des Landes der Meinung: „Die können und wollen wir sowieso nicht mehr retten.“ Da fällt mir dann aber nicht mehr viel ein. Vielleicht enttäuschend, menschenverachtend, gebrochenes Wahlversprechen. So kann und muss man mit Blick auf die in unserer gestrigen Ausgabe widergespiegelte Haushaltdiskussion nur einen Weg zeichnen, den der Konsolidierung mithilfe des Landes.

Der Biosprit entwickelt
sich zum Flop, war auf der Titelseite am vergangenen Dienstag zu lesen. Niemand will den E10. So passiert’s, wenn man holterdiepolter schnell mal eine neue Umweltaktion startet. Kein Mensch weiß genau Bescheid, Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet. Eine ausführliche Informations- und Werbekampagne im Vorfeld hät’s zumindest gebraucht. Und so spielen neben fehlendem Umweltbewusstsein vor allem Informationsdefizite und Misstrauen eine entscheidende Rolle.

O. k., unsere Volksvertreter
in Berlin und Dresden haben mit ihren offenen Briefen an den Bundesverkehrsminister Stellung zur noch weiter zusammengestrichenen Variante des geplanten bitter nötigen Baus der B 87n bezogen. Davon abgesehen, dass die Briefe wahrscheinlich von den Ministeriumsmitarbeitern schon im Hause abgefangen werden, bleibe ich bei  meiner These: Nur mit gebündelter Präsenz, angefangen von Vertretern aller hier agierenden Parteien, Verbände, Institutionen bis hin zu Betroffenen am Ort der Entscheidung, gepaart mit einem oder mehreren medienwirksamen Auftritten haben wir vielleicht eine Chance!

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