Samstag, 23. Januar 2021
Montag, 8. August 2011

LOKALGESCHEHEN

Bürgerbegehren gegen Ratsbeschluss?

von unserem Redakteur Nico Wendt

Trossin (TZ). In einigen Ortsteilen formiert sich jetzt offenbar doch Widerstand gegen die Entscheidung der Abgeordneten, die Gemeinde Trossin ans öffentliche Abwassernetz anschließen zu wollen. „Wir haben Beschwerde gegen den Ratsbeschluss beim Kommunalamt eingereicht und auch das Ministerium und die Landtagsfraktionen informiert“, so Edda Nowak aus Roitzsch, die sich seit Jahren mit dem Problem Abwasser beschäftigt.

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Trossin (TZ). In einigen Ortsteilen formiert sich jetzt offenbar doch Widerstand gegen die Entscheidung der Abgeordneten, die Gemeinde Trossin ans öffentliche Abwassernetz anschließen zu wollen. „Wir haben Beschwerde gegen den Ratsbeschluss beim Kommunalamt eingereicht und auch das Ministerium und die Landtagsfraktionen informiert“, so Edda Nowak aus Roitzsch, die sich seit Jahren mit dem Problem Abwasser beschäftigt.

Grund sei die Tatsache, dass der AZV und auch die Räte zuvor mehrmals festgelegt hätten, eine dezentrale Entsorgung zu realisieren. „Diese Beschlüsse, einer stammt erst von 2008, wurden nie aufgehoben“, bekräftigt Günther Hirsch, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Abwasser. Man wolle nun in den Dörfern noch mal eine Befragung starten, ob die Grundstücksbesitzer tatsächlich den zentralen Anschluss begrüßen und andernfalls ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss auf den Weg bringen. „Viele Einwohner sind geschockt, wurden regelrecht vor den Kopf gestoßen“, begründet Nowak die Tatsache, dass ein großer Proteststurm unmittelbar nach der Ratssitzung ausblieb. Einer Bürgerbefragung sieht der stellvertretende Gemeindechef, Tilo Süptitz, äußerst gelassen entgegen: „Ich gehe nach Gesprächen mit zahlreichen Einwohnern, die auch andere Ratsmitglieder geführt haben, fest davon aus, dass der überwiegende Teil für die zentrale Variante ist. Viele sind froh, dass nun endlich mal eine Entscheidung feststeht“, so Süptitz. Der Vorteil sei, dass man bei den Gebühren nur das Abwasser pro Kubikmeter bezahlt, was eingeleitet wird. Bei der dezentralen Variante ständen viele Fragezeichen: Wie oft muss gewartet werden? Wie oft sind Wasserproben zu nehmen? Was passiert, wenn ich die Parameter nicht erfülle? Alles Dinge, die die Behörden vorgeben. „Was den Anschlussbeitrag angeht, so haben wir uns mal in Greudnitz und Wörblitz, umgehört, da hat niemand 10 000, 20 000 oder gar 30 000 Euro bezahlt. Das höchste, was wir in Erfahrung gebracht haben, war 5000 Euro“, meint der Vize-Bürgermeister.

AZV-Geschäftsführer Frank Geithner hat indes bestätigt, dass in Außengebieten wie Hachemühle, Commende, Maxhütte oder der Försterei Roitzsch trotzdem dezentrale Anlagen gebaut würden. Nur in den Ortslagen mache das keinen Sinn. Geithner widersprach Mutmaßungen, dass größere Bereiche der Stadt Dommitzsch selbst noch nicht am öffentlichen Netz seien. „Der Mahlitzscher Weg war einer der ersten. Auch wenn einige Grundstücke in verschiedenen Straßen noch Klärgruben in Betrieb haben, wird das Abwasser anschließend ins Klärwerk geleitet“, sagte der AZV-Chef. Das Landratsamt war leider letzte Woche nicht in der Lage, gegenüber TZ Stellung zu nehmen. Die Zeitung hatte nachgefragt, ob eine dezentrale Entsorgung in der Gemeinde Trossin tatsächlich rigoros abgelehnt würde, wie bei der Ratssitzung dargelegt. Falk Hofer, Sprecher des Umweltministeriums, bestätigte, dass eine „in vielen ländlichen Gebieten wirtschaftliche und gewollte“ dezentrale Abwasserentsorgung nur dann genehmigt wird, wenn auch das gereinigte Abwasser schadlos beseitigt werden kann. Neben einer Einleitung in oberirdische Gewässer könne dies durch Versickerung erfolgen. Dabei sei wichtig, dass der Boden das Wasser aufnimmt und dieses nicht zum Beispiel beim Nachbarn wieder austritt.

Eine Nutzung zur Bewässerung wäre aus hygienischen Gründen bei „normaler“ biologischer Reinigung kritisch, das hätten die EHEC-Infektionen gezeigt. Der Freistaat unterstütze angepasste dezentrale Lösungen, die in ländlichen Gebieten auch unter dem Aspekt der Demografie zu Einsparungen führen sollen. Der Freistaat fördere neu zu errichtende Kleinkläranlagen für vier Einwohner mit je 1 500 Euro , Nachrüstungen mit je 1 000 Euro. Für Gruppenlösungen und weitergehende Reinigungsstufen gibt es Zuschläge.

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