Dienstag, 9. März 2021
Montag, 18. Februar 2013

LOKALSPORT

"Bei Aufstieg prüfen wir alle Optionen"

Er kann auch Angriff: Arzbergs Ingo Poser ist Kapitän und Sprachrohr seiner Mannschaft. Foto: TZ/S. Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

TZ-Interview mit Ingo Poser, Kapitän der Arzberger Tischtennis-Herren
Tischtennis (TZ). Mit einem Remis haben die Arzberger Tischtennisspieler am Sonnabend zwar den Sprung an die Tabellenspit-
zen verpasst, ihre Aufstiegschance  aber gewahrt.

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TZ-Interview mit Ingo Poser, Kapitän der Arzberger Tischtennis-Herren
Tischtennis (TZ). Mit einem Remis haben die Arzberger Tischtennisspieler am Sonnabend zwar den Sprung an die Tabellenspit-
zen verpasst, ihre Aufstiegschance  aber gewahrt.
Nach wie vor klopft das Team um Ingo Poser an die Tür zur 1. Bezirksliga. Die TZ sprach einen Tag nach der Partie mit dem SVA-Kapitän unter anderem darüber, was die Ostelbier in diesem Jahr so stark macht.

Seine Gesprächslaune werde ganz vom Ergebnis des Borna-Spiels abhängen, hatte Ingo Poser am Rande der Samstags-Partie noch scherzhaft bemerkt, als er das Interview für den nächsten Tag zusagte. Es ward ein Unentschieden…
TZ: Der Sieg war greifbar nah und dann verliert das bis dato ungeschlagene Duo Ingo Poser/Andreas Nowack das Entscheidungsdoppel. Was ist da passiert?
Ingo Poser:
Uns war schon vorher klar, dass es ein schweres Spiel wird. Unsere Gegner waren sehr spielstark, hatten selbst eine tolle Bilanz und waren in dem entscheidenden Moment einfach besser. Wir hätten schon 110 Prozent abrufen müssen, um sie an diesem Tag zu bezwingen.
Den Aufstiegsambitionen des SVA ist die Punkteteilung auch nicht zuträglich.
Wir müssen am Wochenende gegen Markkleeberg gewinnen, das haben wir uns fest vorgenommen. Aber der Weg zum Aufstieg ist tatsächlich noch ein sehr schwerer. Die Staffel ist unheimlich ausgeglichen. Die stärkste seit Jahren. Selbst der Vierte kann theoretisch noch Meister werden, und innerhalb der ersten neun ist die Spielstärke sehr ausgeglichen.
Es ist kaum zu glauben, dass der SV Arzberg, der heute ganz oben mitmischt, vor drei Jahren fast abgestiegen wäre. Was ist seitdem passiert?
Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Es stimmt, wir sind damals nur dank der Relegation und sehr glücklich in der Liga geblieben. Dann hat sich die Mannschaft neu formiert, es ist ein neuer Teamspirit eingekehrt. Der Spaß am Tischtennis ist zurückgekommen und damit kamen auch die Erfolge. Spiele, die vorher vielleicht unglücklich gegen uns liefen, hatten nun auch mal das glücklichere Ende für uns. Und mit Andreas Nowack verstärkt uns seit dieser Saison natürlich ein Spieler, der sowohl sportlich als auch menschlich super ins Team passt.
Heißt euer Erfolgsgeheimnis also Andreas Nowack?
Er passt einfach super zu uns, ist ein echter Führungsspieler und zieht uns mit. Aber ich würde unser derzeit gutes Abschneiden nicht an einer Personalie festmachen. Alle zeichnet ein enormer Trainingsfleiß aus. Kevin Breiler und Henry Bartsch haben eine starke Entwicklung genommen, Marco Richter ist in der Mitte eine Bank.
Matthias Richter, Nachwuchstalent und Kapitän des Arzberger Ligakonkurrenten SV Audenhain, hat in einem Interview mit der TZ auch die Stabilität der Aufstellung als Erfolgsfaktor benannt.
Natürlich ist es günstig, dass wir es bislang immer geschafft haben, voll anzutreten, die ersten sechs von Verletzungen frei geblieben sind und immer Möglichkeiten bestanden, die Termine freizu bekommen. Aber wir haben auch noch eine starke Nummer 7 und 8 in der Hinterhand.
Matthias Richter hat auch zu Protokoll gegeben, gern mal in der 1. Bezirksliga spielen zu wollen, sich aber bislang noch niemand bei ihm gemeldet hat. Hast Du schon seine Nummer rausgesucht?
Matthias ist ein sehr interessanter Spieler mit einem riesengroßen Potenzial. Sollten wir tatsächlich aufsteigen, haben wir natürlich ein Interesse daran, uns zu verstärken, und wir werden alle Optionen prüfen.
In Arzberg ist ja auch die Reserve auf Aufstiegskurs. Welche Rolle spielt für Dich das Erreichen dieses Ziels?
Eine wichtige, es hat oberste Priorität, dass die zweite Mannschaft in die Kreisliga aufsteigt. Mit Frank Hellwig und Mario Gutheil spielen dort die Nachrücker für die Erste. Und die brauchen spielstärkere Gegner, damit sie für ihre Vertretungseinsätze besser gewappnet sind. Perspektivisch haben wir sogar vor, noch eine dritte Mannschaft für die Kreisklasse zusammenzustellen.
Wird sich der SV Arzberg auch um einen eigenen Nachwuchs bemühen?
Die Nachwuchsarbeit ist tatsächlich ein Problem. Wir haben derzeit zwei junge Spieler mit Potenzial, die wir motivieren wollen, dabeizubleiben. Insgesamt fällt es uns schwer, Jugendarbeit sinnvoll in den Trainingsbetrieb zu integrieren. Zumal viele von uns gar nicht aus Arzberg sind und für jedes Training anreisen.
Herbert Kokola ist Arzberger und war hier jahrelang Mister Tischtennis. Vermisst Ihr ihn?
Herbert hat unheimlich viel für den Verein getan. Dafür, dass sich Arzberg auf hohem Niveau im Bezirk etablieren konnte. Er stand zu 120 Prozent für den Tischtennissport und war sportlich anerkannt. Mit seinem Weggang ist eine Ära zu Ende gegangen. Allerdings hat auch eine neue begonnen. Wir haben nun die Möglichkeit, unsere Ziele auf anderen Wegen zu erreichen. Insgesamt ist es ruhiger und entspannter geworden, es gibt weniger Reibungen und einen mannschaftsübergreifenden Teamspirit in der Abteilung. Insofern vermissen wir ihn nicht.
Noch eine Drei-Jahres-Frage: Als Arzberg mit dem Rücken zur Wand stand, stand der SSV Torgau kurz vor dem Aufstieg in die 1. Bezirksliga. Inzwischen müssen die Torgauer um den Klassenerhalt kämpfen. Wie beurteilst Du diese Entwicklung?
Ich konnte nachvollziehen, dass Thomas Zausch seine jungen Leute an die Bezirksliga heranführen wollte und dafür das Team mit Hilfe von tschechischen Spielern verstärkt hat. Doch es bestand immer die Gefahr, dass bei Verlust eines dieser Leistungsträger alles scheitert. Das erleben wir jetzt. Ein Fehler war aus meiner Sicht die zu geringe Wertschätzung der eigenen Talente und die zu große Fokussierung auf die Top-Drei-Spieler. Jerome Richter oder Sebastian Bürger hätten mehr Vertrauen gebraucht – und weniger Kritik – das bezieht sich auch auf Benjamin Reich. Als Letztes habe ich den Eindruck, dass der Teamspirit noch nicht so ausgeprägt ist.
Welche Entwicklung ist den Torgauern noch zuzutrauen?
Torgau muss in den Nachwuchs investieren und auch den Mut haben, sich über die Station Bezirksklasse neu zu formieren und zu stabilisieren. Ich schätze das Team derzeit als sehr gute Bezirksklasse-Mannschaft ein, aber als nicht stark genug, um in den kommenden drei Jahren konstant in der Bezirksliga zu spielen.
Zum Schluss bitte noch eine Prognose für euren Staffel-Lokal-Rivalen SV Audenhain!
Wie gesagt, ist in dieser Staffel alles möglich. In Anbetracht ihrer Heimstärke traue Audenhain deshalb den Klassenerhalt zu.

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