Donnerstag, 26. Juni 2014

LOKALGESCHEHEN

Wolf durch Zufall mit abgelichtet

Revierförster Timo GrieserFoto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Roitzsch. Es ging durch alle Zeitungen und sogar das Fernsehen berichtete: In der Dübener Heide ist der erste Wolf in eine Fotofalle getappt. Klar und deutlich sieht man das prächtige Tier – aufgenommen in dunkler Nacht in einem Waldstück bei Roitzsch.

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Roitzsch. Es ging durch alle Zeitungen und sogar das Fernsehen berichtete: In der Dübener Heide ist der erste Wolf in eine Fotofalle getappt. Klar und deutlich sieht man das prächtige Tier – aufgenommen in dunkler Nacht in einem Waldstück bei Roitzsch. Revierförster Timo Grieser zeigte sich diese Woche, nachdem die mediale Aufmerksamkeit wieder abgeklungen ist, dennoch entspannt. „Es war ja nur eine Frage der Zeit. Man hatte schließlich damit gerechnet, dass der Wolf irgendwann auch in unserer Region auftaucht. Wir gelten schon seit einigen Jahren als sogenanntes Erwartungsgebiet“, sagt der Forstmann. Es könne aber sein, dass der Wolf schon längst wieder über alle Berge ist. Immerhin können die Tiere bis zu 30 Kilometer in einer Nacht zurücklegen.

„Wir versuchen jetzt herauszufinden, ob der Wolf das Gebiet nur durchstreifte oder sich vielleicht dauerhaft niedergelassen hat. Im Rahmen eines Monitorings soll diese Frage geklärt werden“, so Grieser. Dazu wolle man unter anderem auf Fährten und auf Losung (Kot) achten und die Genetik überprüfen, ob es sich um ein Tier aus dem Bereich der Annaburger Heide handelt. Federführend sei das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“. Förster und Jäger helfen hier unterstützend. „Es gab schon einmal eine Fährte, die einen Wolf vermuten ließ. Auch eine Fotofalle hatte etwas aufgenommen, das die Fachleute rätseln ließ. Die Aufnahme war aber zu schlecht und zeigte das Tier nur von hinten. Es hätte auch ein Fuchs von hinten sein können. „Diesmal aber war das Bild eindeutig“, erklärt Timo Grieser. Klar müssten speziell Schäfer in der Region jetzt mehr Obacht geben.

Ansonsten hätte die Meldung überwiegend positive Reaktionen seitens der Bevölkerung ausgelöst. Es komme wieder ein Baustein im Ökosystem dazu. Mit den Kollegen der Annaburger Heide gibt es regelmäßigen Informationsaustausch. Hier seien schon 10 bis 15 Wölfe ansässig. Angeblich spüre man die Auswirkungen in Bezug auf das Rehwild. „Wir werden sehen, ob bei unseren Drückjagden die Abschusszahlen zurückgehen“, meint der Revierförster. Die Elbe sei übrigens für Wölfe kein Hindernis. Die Tiere durchschwimmen den Fluss. Dass Jäger mit Fotofallen arbeiten, ist auch nichts Ungewöhnliches. „Die Geräte waren vor einigen Jahren über den Großhandel günstig zu haben. Jäger locken das Wild an einer bestimmten Stelle an und verschaffen sich somit einen Überblick beispielsweise über die Bestände an Schwarzwild, bevor sie auf Pirsch gehen. Die Kamera löst bei Bewegung aus. Manche Jäger haben mehrere Fotofallen und werten diese in regelmäßigen Abständen aus. Dass zufällig ein Wolf abgelichtet wird, damit hatte natürlich niemand gerechnet.

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