Montag, 21. Juni 2021
Montag, 1. Dezember 2014

LOKALGESCHEHEN

Erinnerungen an einen "heißen Herbst"

SPD-Ortsvereinschefin Sabine Röver (l.) nahm am Samstag zahlreiche Blumengrüße entgegen.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Auf Strippen gespannte Bilder sowie Wahlplakate längst vergangener Tage – SPD-Ortsvereinschefin Sabine Röver hatte am Samstag so manches aus der Klamottenkiste gezaubert. Die Torgauer Sozialdemokratie feierte sich mit Blick auf den 25. Jahrestag der Gründung des SDP-Ortsvereins – aus dem später der SPD-Ortsverein hervorging.

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Torgau. Auf Strippen gespannte Bilder sowie Wahlplakate längst vergangener Tage – SPD-Ortsvereinschefin Sabine Röver hatte am Samstag so manches aus der Klamottenkiste gezaubert. Die Torgauer Sozialdemokratie feierte sich mit Blick auf den 25. Jahrestag der Gründung des SDP-Ortsvereins – aus dem später der SPD-Ortsverein hervorging. Doch nur 18 Sitze im Landtag, 17 Sitze im aktuellen Kreistag, acht in den Kommunalparlamenten der Region Torgau – die politische Wetterlage verheißt für die Genossen derweil nur wenig Sonnenschein. Wie zum Trotze sei die SPD aus der Parteienlandschaft nicht wegzudenken, gab sich Tor-gaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude kämpferisch.

Weniger die aktuellen Problemlagen der Sozialdemokratie als vielmehr die Erinnerungen an einen „heißen Herbst“ 1989 spielten in der Wintergrüne 2 zur Festveranstaltung eine Rolle. Im Oktober hoben einst der heutige CDU-Mann Matthias Grimm-Over, Holger Zschömitzsch und Wolfgang Geppert in der Wintergrüne 3 den SDP-Ortsverein aus der Taufe. Es war an sich kein großer Akt. Protokoll verfasst, nach Halle geschickt, und in einem Archiv verstaubt. Im Jahre 2000 hatte hierzu Geppert noch kritisch bemerkt, dass es schon etwas peinlich sei, dass erst in einem nachträglichen Akt und erheblich später so etwas wie eine Gründungsurkunde verfasst worden sei. Nichtsdestotrotz wurde am 17. November 1989 zur ersten öffentlichen Sitzung der SDP zu Germers ins Vereinszimmer geladen. Im Dezember knüpften dann schon Marianne und Dr. Frank Henjes erste Kontakte zur SPD in Torgaus Partnerstadt Sindelfingen, was den Elbestädtern wenig später sogar ein Kopiergerät bescherte. „Mit den ebenso erhaltenen D-Mark-Scheinen konnten die Druckerpatronen im Intershop bezahlt werden“, erinnerte sich der heutige SPD-Fraktionschef im Torgauer Stadtrat Dr. Henjes. Im März 1990 gab‘s zur Volkskammerwahl (Inge Stetter schaffte den Einzug) dann schon auf dem Torgauer Markt Schützenhilfe von keinem Geringeren als Egon Bahr.

Stichwort Stetter: Sie herzte am Samstag nach etlichen Jahren wieder jenen Gast mit der weitesten Anreise – Sindelfingens SPD-Chef Joachim Klenk. Auch dieser sieht sich momentan mit vielen Problemlagen konfrontiert: Neben der Neustrukturierung der heimischen Krankenhauslandschaft sowie einem unzureichenden Angebot an Kita- und Hortplätzen („Hier hinken wir weit hinterher.“) habe er es bis heute nicht geschafft, wieder eine SPD-Betriebsgruppe bei Daimler zu etablieren. „Ich hoffe, dass mir die Feierstunde in Torgau genug Motivation gibt, dem Unterfangen nochmals einen Schub zu geben“, sagte er.
Als Festredner konnte Hinrich Lehmann-Grube begrüßt werden. Dieser war der erste Oberbürgermeister Leipzigs nach der Friedlichen Revolution. 

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