Freitag, 17. September 2021
Montag, 25. Februar 2013

LOKALGESCHEHEN

Emotionale Gala für Missbrauchsopfer

Über zwei Stunden sang Sebastian Krumbiegel am Samstag in der Alltagskirche. 

von unserem Volontär Marcel Braune

Torgau (TZ). Knapp 300 Menschen fanden am Samstag den Weg in die Torgauer Alltagskirche. Grund war ein Benefizkonzert zugunsten der Selbsthilfegruppe „Verborgene Seelen“ für Betroffene sexuellen Missbrauchs in DDR-Heimen. „Auf dass so eine Scheiße nie wieder passiert“, sagte am Samstag der Stargast der Benefizveranstaltung, Sebastian Krumbiegel.

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Torgau (TZ). Knapp 300 Menschen fanden am Samstag den Weg in die Torgauer Alltagskirche. Grund war ein Benefizkonzert zugunsten der Selbsthilfegruppe „Verborgene Seelen“ für Betroffene sexuellen Missbrauchs in DDR-Heimen. „Auf dass so eine Scheiße nie wieder passiert“, sagte am Samstag der Stargast der Benefizveranstaltung, Sebastian Krumbiegel.

Der Frontmann der deutschlandweit bekannten Musikgruppe „Die Prinzen“ sprach während seines zweieinhalbstündigen Solokonzerts mehrfach die Geschehnisse im damaligen geschlossenen Jugendwerkhof zu Torgau an. In der Disziplinareinrichtung wurden in der DDR Jugendliche gequält und misshandelt. Der Sänger hatte neben zahlreichen eigenen Liedern auch Musikstücke von Udo Lindenberg, Rio Reiser, Comedian Harmonists und vielen Anderen im Repertoire. Für die Initiatorin des Benefizkonzerts und auch damals Betroffene, Corinna Thalheim war es ein Abend voller Emotionen: „Ich bin sehr glücklich, dass  der Saal so gut gefüllt war, der Anlass war schließlich kein typisches Samstagabend-Thema. Ich hatte auch gute Sicht auf die meisten Besucher. Die ehrliche Betroffenheit und Anteilnahme vieler, tat sehr gut“. Emotionales Highlight war der Zeitpunkt, als Sebastian Krumbiegel von einem persönlichen Zwischenfall erzählte.

Der Leipziger wurde vor einigen Jahren Opfer rechter Gewalt und bei diesem Überfall brutal zusammengeschlagen. Später erfuhr er, dass einer der Täter in psychiatrischer Behandlung sei und ein Täter-Opfer-Gespräch mit dem Musiker suche. Letztlich konnte er seinen Hass auf den Peiniger besiegen und willigte dem Gespräch ein. Mit dem Konzert konnten am Samstag laut den Veranstaltern knapp 4000 Euro eingenommen werden. Die Summe kommt vollständig der Selbsthilfegruppe „Verborgene Seelen“ zugute.  Dies ist eine Initiative der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau und hat sich im November 2011 gegründet. Seitdem treffen sich Betroffene aus verschiedenen DDR-Heimeinrichtungen einmal im Monat in der Gedenkstätte. Im musikalischen Vorprogramm trat übrigens der Gospelchor der Schlosskirche Wittenberg auf. Um 22.30 Uhr wurde der Abend dann nach dreieinhalbstündigem Programm beendet.

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