Sonntag, 24. Januar 2021
Dienstag, 27. April 2010

LOKALGESCHEHEN

"Mein Abwasserproblem ist schon gelöst"

Grundstücksbesitzer Gero Frick (r.) aus Dahlenberg wurde, wie er es sieht, förmlich zu seinem Glück gezwungen.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dahlenberg (TZ). Während viele Einwohner der Gemeinde Trossin noch um dezentrale Abwasserlösungen ringen, haben einige wenige schon offiziell die Erlaubnis, ja sogar die Anweisung, eine moderne biologische Kleinkläranlage zu betreiben.

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Dahlenberg (TZ). Während viele Einwohner der Gemeinde Trossin noch um dezentrale Abwasserlösungen ringen, haben einige wenige schon offiziell die Erlaubnis, ja sogar die Anweisung, eine moderne biologische Kleinkläranlage zu betreiben. Wie das? „2005 erhielten zwölf Grundstücksbesitzer vom Landratsamt eine Sanierungsauflage mit Androhung eines Zwangsgeldes“, erklärt Gero Frick, der in Dahlenberg, Pleckmühle, wohnt. Es handelte sich um jene, die ihr Abwasser bis dahin direkt in den Grenzbach bzw. Dorfteich geleitet hatten. „Ich besaß damals eine normale Dreikammergrube, wie sie zu DDR-Zeiten üblich und genehmigt war.“

Gero Frick wandte sich an eine Firma aus Cavertitz, legte seine alte Klärgrube still, ließ eine neue ausschachten. 2,20 Meter tief. Moderne Technik wurde installiert, mit Steuerungskasten in der Garage. Ein Kompressor regelt beispielsweise die Sauerstoffzufuhr. Kosten: 4900 Euro mit allem Drum und Dran. Das saubere Wasser darf weiter in den Grenzbach abgeführt werden. Untere Wasserbehörde und Zweckverband nahmen die Anlage im Oktober 2007 ab, gaben schriftlich das Okay. „Auf unserem Grundstück leben acht Personen in drei Haushalten auf 2300 Quadratmetern. Bei einem zentralen Anschluss hätte man die Grundstücksfläche zur Berechnung herangezogen, mir vielleicht 4,10 Euro pro Quadratmeter auferlegt und 9430 Euro Anschlussbeitrag abgeknöpft“, rechnet Gero Frick vor. „Da komme ich doch mit der dezentralen Variante viel billiger.“ Aber was ist mit den Betriebs- und Nebenkosten, vor denen der AZV-Geschäftsführer ständig warnt?

„Alles halb so schlimm“, winkt der Dahlenberger ab. „Zwei Wartungen pro Jahr sind vorgeschrieben, macht 240 Euro. Die Stromkosten belaufen sich auf rund 100 Euro. Laut Messung war in den letzten zwei Jahren noch keine Schlamm-ausfuhr nötig. Hier werden pro Kubikmeter 24 Euro verlangt, mehr als ein oder zwei Kubikmeter fallen bei mir aber in zwei Jahren nicht an“, bleibt Gero Frick gelassen. Ein Betriebsbuch muss er führen, wöchentlich Werte eintragen und die Anlage auch kontrollieren. „Mache ich selbst“, sagt er. Wäre die dezentrale Variante im Abwasserbeseitigungskonzept des AZV schon bestätigt worden, hätte er sogar noch 2100 Euro Fördermittel kassiert. „Wenigstens habe ich vom Landrat die Zusage, dass meine Anlage dauerhaft Bestandsschutz hat, selbst wenn es zum zentralen Anschluss kommt“, so Gero Frick. Im Übrigen seien die Kanalbenutzungsgebühren, die bei der zentralen Variante zu entrichten sind, auch nicht ohne. „Das orientiert sich am Verbrauch des Trinkwassers – bei uns etwa 220 Kubikmeter pro Jahr. Da kommen zwischen 600 und 1000 Euro im Jahr zusammen“, glaubt der Dahlenberger. Dass die übergeordneten Behörden auf eine zentrale Lösung pochen, versteht der Grundstücksbesitzer nicht. „Das Klärwerk Dommitzsch liegt acht bis zehn Kilometer entfernt, müsste sogar noch erweitert werden.“

Und warum zielt der Kostenvergleich eines Dresdner Ingenieurbüros ebenfalls auf zentrale Varianten? „Wenn man will, kann man natürlich Kleinkläranlagen auch teuer rechnen. Im Gutachten gibt man stets 6500 Euro für den Kauf einer kleinen und 7500 Euro für eine größere Anlage, die für acht Personen ausgelegt ist, an. Da werden gleich mal 60 Euro Schlammabfuhr, 60 Euro Personalkosten, 104 Euro für Chemikalien pro Jahr draufgeschlagen und und und. Am Ende hat man, was man will“, meint Günther Hirsch, Leiter der Arbeitsgruppe Abwasser Trossin. „Die ganze Zinslast beim Bau einer zentralen Variante wird Stadt und Gemeinden, ja ganze Generationen belasten. Bei kleineren Anlagen bleiben die Finanzen überschaubar, sind von den Bürgern in der Regel sofort selbst zu tragen“, erklärt Frick abschließend.

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